Bar-Unterhalt für Angehörige im Ausland

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Unterhaltszahlungen, die durch die Übergabe von Bargeld erbracht wurden, können als außergewöhnliche Belastungen steuerlich anerkannt werden, wenn sich die Überbringung durch Vernehmung des Geldboten als Zeugen tatsächlich belegen lässt.

Das entschied das FG Baden-Württemberg im Fall eines in Deutschland lebenden und berufstätigenden Italieners, der seinen Eltern finanziell unter die Arme gegriffen hatte und diese Zahlungen in der Steuererklärung geltend machen wollte. Insgesamt handelte es sich um Unterhaltszahlungen in Höhe von 6.000 €, von denen 200 € durch Geldversand an eine italienische Bank transferiert worden waren. Weitere Beträge von 1.800 € und 4.000 € hatte er von seinem Bankkonto abgehoben und – seiner Darstellung nach – einem Bekannten mitgegeben, der als Lebensmittelimporteur tätig war und deshalb regelmäßige Reisen nach Süditalien unternahm.

Die Richter vernahmen den Geldboten als Zeugen. Seine ausführliche Schilderung zu den näheren Umständen der Fahrten nach Italien und der Übergabe der Barbeträge sah das Finanzgericht als glaubhaft und widerspruchsfrei an.

Hinzu kam, dass sich nach Auffassung des Gerichts die Eltern des Unterhaltszahlers auch in zumutbarem Umfang darum bemüht hatten, ihrer Erwerbsobliegenheit nachzukommen und zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts einen Arbeitsplatz zu finden. Die Eltern lebten in Süditalien in einer Sozialwohnung, der Vater war seit langem arbeitslos, die Mutter verfügte nur über geringe Einkünfte aus einer Teilzeiterwerbstätigkeit als Putzfrau.

Das FG Baden-Württemberg ließ also die außergewöhnlichen Belastungen zu - allerdings wird der BFH das letzte Wort haben, denn das unterlegene Finanzamt hat Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt (FG Baden-Württemberg vom 21.7.2015, 8 K 3609/13 ).

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