Wenn Ihr Kind beim anderen Elternteil lebt: Machen Sie Fahrtkosten geltend!

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Lebt Ihr Kind nicht bei Ihnen sondern, beim anderen Elternteil? Dann muss der Finanzbeamte anders als bisher Ihre Fahrtkosten für die gegenseitigen Besuche vielleicht bald anerkennen. Die Begründung: Weil Sie nach dem BGB inzwischen zum Umgang mit Ihren Kindern verpflichtet sind, müssen die Besuchskosten als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sein.

Weil die Finanzbeamten bisher eine andere Rechtauffassung vertreten, musste schon so manches Finanzgericht Stellung beziehen. Zwar sind die Gerichte überwiegend der Meinung, dass »Kontaktpflegekosten« mit dem Kindergeld / den Freibeträgen für Kinder abgegolten sind. Aber es gibt auch andere Stimmen. Und wie es zu erwarten war, ist jetzt die Meinung des BFH gefragt, zum Beispiel in den Revisionen III R 30/06, III R 55/05, III R 28/05, III R 41/04 und III R 56/01.

In diesen Verfahren geht es um die Frage, ob die Fahrtkosten überhaupt als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden dürfen und ob mit der Dienstreisepauschale oder höchstens mit den Kosten, die auch ein öffentliches Verkehrsmittel kosten würde. Geklärt werden muss auch, wie die Sache aussieht, wenn die Kinder mit dem anderen Elternteil ins Ausland gezogen sind.

Als betroffener Elternteil müssen Sie Ihre Besuchsfahrten nachweisen und dem Abzug als außergewöhnliche Belastungen beantragen. Wählen Sie dabei zwischen der Dienstreisepauschale (€ 0,30 pro Kilometer) und den Kosten für ein öffentliches Verkehrsmittel den höheren Wert. Denken Sie aber daran, dass sich die Mühe nur lohnt, wenn Sie mit Ihren außergewöhnlichen Belastungen insgesamt die zumutbare Belastung überschreiten.

Erkennt der Finanzbeamte die Kosten nicht an, legen Sie Einspruch ein und beantragen mit Hinweis auf die BFH-Revisionen das Ruhen des Verfahrens. Dann können Sie abwarten, wie die Richter aus Karlsruhe entscheiden.

Nicht zu den abziehbaren Kosten gehören aber die Fahrten, die Sie mit Ihrem Kind unternehmen zu Freunden, zum Freizeitpark oder in den Urlaub. Diese Kosten entstehen auch bei intakten Ehen und sind mit dem Kindergeld / den Freibeträgen für Kinder abgegolten.


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