Wann Sie den Staat an den Kosten für Ihren Babysitter beteiligen können

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Ab 2012 ist es einfacher, Kinderbetreuungskosten abzusetzen. Zum Beispiel muss die Kinderbetreuung nicht mehr berufsbedingt erforderlich sein. Das heißt: Eltern, ab ins Kino und den Babysitter anrufen – und die Kosten als Sonderausgaben in der Steuererklärung absetzen. Das geht aber leider nur dann, wenn Ihr Babysitter auf Rechnung arbeitet.

Ab 2012 können Betreuungskosten für Kinder ab der Geburt des Kindes bis zur Vollendung seines 14. Lebensjahres steuerlich berücksichtigt werden (§ 32 Abs. 1 EStG). Auf die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen bei den steuerpflichtigen Eltern, wie z.B. Erwerbstätigkeit oder Ausbildung, kommt es nicht mehr an.

Barzahlung wird nicht akzeptiert

Als Nachweis dafür, dass die Kosten tatsächlich angefallen sind, werden Rechnungen, Überweisungen, Daueraufträge, Einzugsermächtigungen und Zahlungen vom Konto eines Dritten akzeptiert – aber keine Barzahlungen.

Rechnungen müssen dabei nicht den Anforderungen des Umsatzsteuergesetzes entsprechen, insbesondere muss auch keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden. Selbst das Wort Rechnung muss nicht vorkommen, eine einfache Quittung oder Ähnliches kann ausreichen.

Ab 2012 nur noch als Sonderausgaben abzugsfähig

Kinderbetreuungskosten sind ab dem Veranlagungszeitraum 2012 nur noch als Sonderausgaben abziehbar. Der bisher mögliche Abzug wie Betriebsausgaben oder wie Werbungskosten entfällt.

Der Abzug der Kosten als Sonderausgaben kann im Einzelfall schlechter sein als der Abzug wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten. Vor allem gilt dies bei Verlusten. Dann gehen Sonderausgaben ins Leere. Denn für diese gibt es keinen Verlustausgleich mit anderen Jahren. Dies ist bei Betriebsausgaben oder Werbungskosten anders.

Auch für Gewerbetreibende ist diese Regelung nachteilig. Schließlich mindern Betriebsausgaben den Gewinn und daher auch die Gewerbesteuer.

Abzugsfähig sind 2/3 Ihrer Aufwendungen, maximal 4.000,00 € je Kind

Der Höchstbetrag wird erreicht, wenn Sie für ein Kind Aufwendungen von 6.000,00 € oder mehr getragen haben. Haben Sie weniger als 6.000,00 € Aufwendungen, können Sie nur 2/3 davon abziehen.

Der Höchstbetrag wird bei zusammen veranlagten Eltern nicht verdoppelt. Er gilt bei diesen auch dann, wenn ein Elternteil sämtliche Aufwendungen getragen hat. In diesem Fall werden die Kosten ganz bei diesem Elternteil bis zum Höchstbetrag von 4.000,00 € abgezogen.

Bei Eltern, die nicht zusammen veranlagt werden, wird der Höchstbetrag halbiert. Die Eltern können aber einvernehmlich eine andere Aufteilung beantragen. Dies ist sinnvoll, wenn der Höchstbetrag bei einem Elternteil nicht ausreicht und bei dem anderen Elternteil nicht ausgeschöpft wird.

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