Programm für Meditation und buddhistische Philosophie als Berufsausbildung

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Kindergeld gibt es auch dann, wenn das Kind eine dreijährige Ausbildung absolviert, die mit dem Titel "Instructor" für Meditation und buddhistische Philosophie abschließt.

Für Kinder, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich in einer Berufsausbildung befinden, besteht ein Anspruch auf Kindergeld. Um eine Ausbildung handelt es sich, wenn die Maßnahme geeignet ist, eine nicht nur vorübergehende Betätigungsmöglichkeit zu schaffen, die dem Aufbau einer beruflichen Existenz dient.

Angesichts der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung in allen Berufszweigen muss Kindern heutzutage zugebilligt werden, zur Vervollkommnung ihres Wissens auch Maßnahmen außerhalb eines fest umrissenen Bildungsgangs zu ergreifen. Daher ist auch die Teilnahme an Kursen für Meditation und buddhistische Philosophie als Berufsausbildung anzusehen.

Zu diesem Urteil gelangte das FG München in folgendem Fall:

Der Sohn eines Steuerzahlers absolvierte ein Vollzeitstudium mit dem Berufsziel Meditationslehrer. Die tägliche Ausbildungszeit belief sich einschließlich Selbststudien auf 10,5 Stunden. Die Ausbildung gliederte sich in die Abschnitte

  • "Grundlagen der buddhistischen Philosophie und Meditation" (1. Studienjahr),
  • "Mitgefühl und Bodhichitta" sowie "Vajrayana" (2. Studienjahr) und
  • "Dzogchen" (3. Studienjahr).

Die in den Studienplan integrierten sogenannten "Rota-Jobs" beinhalteten unbezahlte Mithilfe bei technischen Abläufen wie z.B. Abwaschen. Ferner waren viele Zeiten als persönliche Studien- und Praxiszeit eingeplant - denn, so die Schule, es sei erforderlich, Meditation nicht nur aus Büchern und Belehrungen zu erlernen, sondern durch eigene Praxis. Eine wirklich tiefgehende Meditationserfahrung sei nur in mehrmonatiger Abgeschiedenheit - idealerweise gänzlich im Schweigen - zu erreichen. Die Belehrungen erfolgten durch einen Hauptlehrer und verschiedene tibetische Meister. Mit regelmäßigen Tests wurde das Erlernte abgeprüft.

Am Ende der Ausbildung erhielten die Schüler ein Zertifikat und den Titel "Instructor für Meditation und buddhistische Philosophie". Ihren Beruf konnten sie jetzt entweder auf selbstständiger Basis oder in einem der Zentren der internationalen buddhistischen Vereinigung X ausüben (FG München, Urteil vom 8.4.2009, Az. 10 K 1309/08).

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