Mehr Elterngeld durch Steuerklassenwechsel!

 - 

Haben Sie während der Schwangerschaft die Steuerklasse geändert, um mehr Elterngeld zu bekommen? Dieser kleine Trick ist erlaubt, entschied aktuell das Bundessozialgericht.

Als Ehepaar wählen Sie Ihre Steuerklasse normalerweise so, dass Sie im laufenden Jahr möglichst wenig Lohnsteuer zahlen: Der besser verdienende Partner bekommt die günstige Steuerklasse III, der andere die ungünstige Klasse V. Werden Sie aber Eltern und legt der geringer verdienende Elternteil eine Babypause ein, sorgt die umgekehrte Steuerklassenwahl für mehr Elterngeld.

Das erkannten auch zwei Ehepaare, die die Steuerklasse der Ehefrau von IV auf III, bzw. von V auf III änderten. Der Freistaat Bayern wollte die Steuergestaltung nicht akzeptieren. Der Fall landete schließlich vor dem Bundessozialgericht. Dort entschieden die Richter jetzt: "Das Verhalten der Klägerinnen ist nicht als rechtsethisch verwerflich und damit als rechtsmissbräuchlich anzusehen. Der Steuerklassenwechsel war nach dem Einkommensteuergesetz erlaubt. Seine Berücksichtigung ist durch Vorschriften des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes (BEEG) weder ausgeschlossen noch sonst wie beschränkt. Nach dem erkennbaren Schutzzweck des BEEG lässt sich ein Missbrauchsvorwurf nicht hinreichend begründen."

Klartext: Der Steuerklassenwechsel ist erlaubt (BSG, Urteile vom 25.6.2009, Az. B 10 EG 3/08 R und B 10 EG 4/08 R).

Weitere News zum Thema

  • Kindergeld zwischen Ausbildung und freiwilligem Wehrdienst

    [] Für ein Kind, das das 18. Lebensjahr, aber noch nicht das 25. Lebensjahr vollendet hat, besteht Anspruch auf Kindergeld auch für eine Übergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung eines freiwilligen Wehrdienstes. mehr

  • Düsseldorfer Tabelle: höherer Selbstbehalt ab 2015

    [] In der Düsseldorfer Tabelle werden vom OLG Düsseldorf in Abstimmung mit den anderen Oberlandesgerichten und der Unterhaltskommission des Deutschen Familiengerichtstages e.V. unter anderem Regelsätze für den Kindesunterhalt und die sogenannten Selbstbehalte festgelegt. mehr

  • Kinderbetreuung durch Minijobber nicht bar bezahlen!

    [] Kosten für die Kinderbetreuung werden nur dann steuerlich berücksichtigt, wenn die Zahlungen nicht in bar, sondern auf ein Konto der Betreuungsperson erbracht wurden. Das gilt auch dann, wenn die Betreuungsperson im Rahmen eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses angestellt ist. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.