Lerntherapie und Erziehungsberatung eines hochbegabten Kindes

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Die Kosten für Lerntherapie und Erziehungsberatung eines hochbegabten Kindes sind in der Steuererklärung nicht als außergewöhnliche Belastung abziehbar. Das entschied der BFH.

Die Eltern des betroffenen Kindes hatten in ihrer Steuererklärung Fahrtkosten, Übernachtungskosten und Therapieaufwendungen geltend gemacht, die ihnen durch drei Aufenthalte in der Schweiz zur Behandlung ihres Sohnes durch eine Diplom-Psychologin entstanden waren.

Hochbegabung ist keine Krankheit

Das Finanzgericht hatte die Kosten anerkannt, der BFH war jedoch anderer Auffassung. Hochbegabung, erklärten die Richter, sei als solche noch keine Krankheit. Zwar könnten Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Leistungen, die medizinisch indiziert sind, unmittelbare Krankheitskosten darstellen und als außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen sein. Im Streitfall sei die medizinische Indikation der Therapieleistungen jedoch nicht nachgewiesen worden.

Zudem sei die Diplom-Psychologin keine Ärztin und habe folglich auch keine ärztlichen Behandlungsleistungen erbracht (BFH-Urteil vom 19.11.2015, VI R 45/14 ).

Wann sind Krankheitskosten in der Steuererklärung absetzbar?

Aufwendungen, die Ihnen im Zusammenhang mit einer Erkrankung entstehen, sind steuerlich privat veranlasst. Normalerweise bleiben private Ausgaben steuerlich unberücksichtigt. Besondere Situationen können aber zu außergewöhnlichen Belastungen führen, und die dürfen Sie dann doch in der Steuererklärung angeben. Es müssen jedoch strenge Voraussetzungen erfüllt sein.

Der Gesetzgeber unterscheidet:

  • außergewöhnliche Belastungen besonderer Art. Das sind Fälle, die Vater Staat ausdrücklich im Einkommensteuergesetz definiert hat;

  • außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art, die nicht im Gesetz genannt sind und einzeln nachzuweisen sind.

Lesen Sie hier in unserem kostenlosen ausführlichen Beitrag, wann Sie außergewöhnlich belastet sind und welche Kosten Sie in der Steuererklärung angeben dürfen!

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