Kindergeld vor 2012: Fahrtkosten eines Kindes zu Hochschule bei berufsbegleitendem Studium

 - 

Im Kindergeldrecht ist zum 1.1.2012 für über 18 Jahre alte Kinder die Prüfung der Einkünfte und Bezüge entfallen. Zur davor geltenden Regelung hat der BFH entschieden, dass Fahrtkosten eines Kindes zu Hochschule bei berufsbegleitendem Studium in tatsächlicher Höhe zu berücksichtigen sind.

Zu dem früher in § 32 Absatz 4 Satz 2 EStG enthaltenen Grenzbetrag hat der BFH entschieden, dass die Fahrtkosten eines Kindes, die ihm aus Anlass eines nebenberuflich ausgeübten Studiums entstehen, nicht nur mit der Entfernungspauschale zu berücksichtigen, sondern in tatsächlicher Höhe von seinen Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit abzuziehen sind. Zudem stellt der BFH klar, dass eine arbeitgeberfremde Bildungseinrichtung, die ein Kind als Arbeitnehmer aufsucht, keine regelmäßige Arbeitsstätte darstellt.

Im zugrunde liegenden Fall hatte der Sohn der Klägerin im Juni 2008 seine Ausbildung zum Steuerfachangestellten erfolgreich abgeschlossen und arbeitete anschließend in dem erlernten Beruf. Ab September 2008 nahm er ein berufsbegleitendes Studium an einer Fachhochschule im Fachbereich Steuerrecht auf. Seitdem arbeitete er 28 Wochenstunden als Angestellter in einer Steuerberaterkanzlei und besuchte an zwei bis drei Terminen je Woche die Fachhochschule. Die beklagte Familienkasse gewährte für den Streitzeitraum Februar bis Dezember 2009 kein Kindergeld, weil der Grenzbetrag ihres Erachtens überschritten war. Bei ihrer Berechnung berücksichtigte sie die Fahrten des Sohnes der Klägerin zur Fachhochschule nicht mit den tatsächlich angefallenen Kosten, sondern setzte lediglich die Entfernungspauschale an. Dies führte dazu, dass der Grenzbetrag überschritten war.

Der BFH entschied anders: Die Klägerin habe für den Streitzeitraum einen Anspruch auf Festsetzung von Kindergeld (BFH-Urteil vom 22.11.2012, III R 64/11 ).

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.