Kindergeld retten: Diese Pauschalen dürfen Sie abziehen

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Bei der Ermittlung der Einkünfte eines volljährigen Kindes dürfen pauschale Kontoführungsgebühren und Reinigungskosten als Werbungskosten abgezogen werden, entschied das FG des Saarlandes.

Solange das Kind nicht volljährig ist, stellen Sie einfach den Antrag auf Kindergeld und die Familienkasse überweist Ihnen jeden Monat das Geld.

Wenn Ihr Kind 18 Jahre alt wird, muss es einen zusätzlichen Grund geben, weshalb Ihr Kind weiter zu berücksichtigen ist. Außerdem muss das Einkommen Ihres Kindes eine bestimmte Grenze einhalten. An diese Stelle gibt es oft Streit darüber, welche Ausgaben von den Einkünften und Bezügen des Kindes abgezogen werden dürfen, um das Einkommen unter die Grenze von 8.004 Euro (ab 2010; 2009: 7.680 Euro) zu drücken.

Vor dem FG des Saarlandes wurde folgender Fall verhandelt: Die volljährige Tochter der Kläger absolvierte eine Ausbildung als Krankenpflegerin. Die Familienkasse zahlte kein Kindergeld mehr, da das Einkommen der Tochter über dem Grenzbetrag nach § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG lag. Die Eltern meinten, vom Lohn der Tochter könnten Reinigungskosten für die deren Berufskleidung sowie Kontoführungsgebühren auch ohne Vorlage von Belegen als Werbungskosten abgezogen werden. Nach dem Abzug wäre die Einkommensgrenze nicht mehr überschritten worden, und die Eltern hätten weiterhin Kindergeld bekommen.

Die Richter bestätigten die Auffassung der Eltern: Die Familienkasse könne im Falle fehlender Nachweise Schätzungen von Werbungskosten vornehmen, vorausgesetzt,

  • es handelt sich - wie hier - um kleinere Beträge und
  • die Kosten sind nach der Lebenserfahrung auch tatsächlich angefallen.

Zwar erkennen die Richter die Tragweite der Ermittlung des Grenzbetrages an, bei dessen Überschreitung die Kindergeldzahlung verweigert und bei dessen Unterschreitung Kindergeld bewilligt wird (sog. Fallbeil-Effekt). Trotzdem dürfen die Familienkassen die Anwendung von im Steuerbereich praktizierten Vereinfachungsregelungen nicht generell ablehnen (FG des Saarlandes, Urteil vom 20.4.2010, Az. 2 K 1179/09).

Das widerspräche übrigens auch § 162 Abs. 2 Satz 1 AO. Dort steht: "Zu schätzen ist insbesondere dann, wenn der Steuerpflichtige über seine Angaben keine ausreichenden Aufklärungen zu geben vermag."

Die Familienkasse musste daher folgende Beträge anerkennen:

  • 12 Euro für Kontoführungsgebühren,
  • 13 Euro pro Monat für die Reinigung der Berufskleidung.

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