Kindergeld für Volljährige retten: Welche Ausbildungskosten können geltend gemacht werden?

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Bei der Berechnung, ob es für ein volljähriges Kind weiter Kindergeld geben kann, kommt es unter anderem es auf die Einkünfte und Bezüge des Kindes an. Diese dürfen den Betrag von zurzeit 8.004 Euro nicht überschreiten. Das FG Münster beschäftigte sich mit der Frage, was alles von den Einkünften abgezogen werden darf, um unter die Einkommensgrenze zu rutschen.

Im entschiedenen Fall ging es um einen jungen Mann, der eine Ausbildung absolvierte. Zu dieser Ausbildung gehörte natürlich auch der Besuch einer Berufsschule. Zusätzlich arbeitete der Azubi auf den Erwerb der Fachhochschulreife hin. Zu diesem Zweck besuchte er an zwei bis drei Abenden pro Woche eine Abendschule. Die intensive Vor- und Nachbereitung dieses Unterrichts erfolgte zum Teil in privaten Lerngruppen.

Vor Gericht stritten der Vater des Schülers und das Finanzamt darum, welche Kosten der Sohn von seinen Einkünften und Bezügen abziehen darf, sodass es weiterhin Kindergeld bzw. die Freibeträge für Kinder gibt.

Das FG Münster urteilte wie folgt:

Bei der Abendschule handelt es sich um einen (weiteren) Betätigungsmittelpunkt neben der Ausbildungsstelle. Daher dürfen die Kosten für die Fahrten zwischen Wohnung und Abendschule in Höhe der Entfernungspauschale nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG geltend gemacht werden.

Die Kosten für die privaten Arbeitsgemeinschaften wurden nicht anerkannt – was der Schüler jedoch durch einen sorgfältigeren Nachweis hätte verhindern können. Denn die Richter sind zwar der Meinung, dass bei privaten Arbeitsgemeinschaften im häuslichen Bereich der Teilnehmer auch private Interessen verfolgt werden. Der Schüler hätte aber durch einen "substantiierten und widerspruchsfreien Vortrag und Vorlage detaillierter Aufzeichnungen über den zeitlichen und inhaltlichen Ablauf der von ihm besuchten Arbeitsgemeinschaft" diese Vermutung widerlegen können. Was erwarten die Richter bei einem solchen Vortrag? Eine detaillierte Darlegungen zu Ablauf, Inhalt und Umfang der Arbeitsgemeinschaft sowie eine Aufstellung darüber, welcher Stoff in den einzelnen Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft behandelt wurde, hätte genügt (FG Münster, Urteil vom 11.3.201114 K 4171/09).

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