Kindergeld: Abiturvorbereitung im Selbststudium gilt als Ausbildung

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Ein Selbststudium kann als Ausbildung gelten. Deshalb gibt es Kindergeld, wenn sich ein volljähriges Kind auf das außerschulische Abitur vorbereitet.

Der Bundesfinanzhof stellte jetzt klar: Der Begriff der Ausbildung ist weit auszulegen. Dazu gehören alle Maßnahmen zum Erwerb von Kenntnissen, Fähigkeiten und Erfahrungen als Grundlage für die spätere berufliche Tätigkeit. Sie müssen nicht zwingend in einer Ausbildungs- oder Studienordnung vorgeschrieben sein oder im Rahmen eines Schulbetriebs vermittelt werden.

Es kommt darauf an, dass sich ein Kind ernsthaft auf den Abschluss einer Ausbildung vorbereitet, zum Beispiel auf das Abitur. Wer zur außerschulischen Abiturprüfung (Abitur für Nichtschüler, Begabtenabitur, Dritter Bildungsweg) zugelassen wird, erfüllt diese Bedingung, denn Zulassungsvoraussetzungen sind sehr hoch (BFH, Urteil vom 18.3.2009, Az. III R 26/06).

Die Urteilsbegründung des Bundesfinanzhofs: Zweck des Kindergeldes sei es, das Existenzminimum eines Kindes von der Besteuerung auszunehmen, weil durch den kindbedingten Aufwand die steuerliche Leistungsfähigkeit der Eltern gemindert werde. Für diese Leistungsfähigkeit mache es keinen Unterschied, ob sich das Kind im Selbststudium oder auf einem Gymnasium auf die Prüfung vorbereitet.

Steuertipp
Wann beginnt die ernsthafte Vorbereitung auf die Abiturprüfung? In dieser Frage kann es zum Streit mit der Kindergeldstelle kommen. Ohne weitere Anhaltspunkte gibt es ab der Anmeldung zur Prüfung Kindergeld. Sie können einen früheren Zeitpunkt geltend machen, sollten dafür aber Nachweise vorlegen können. Zum Beispiel Belege über den Kauf von Fachbüchern oder den Besuch von Vorbereitungsseminaren.


 

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