Kinderbetreuungskosten: Wer darf welche Beträge geltend machen?

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Seit 2006 können Kinderbetreuungskosten je nach Einzelfall wie Werbungskosten/Betriebsausgaben abgezogen werden oder als Sonderausgaben. Doch welcher Elternteil darf was geltend machen?

Probleme bei dieser Frage gibt es insbesondere,

  • wenn die Kosten wie Betriebsausgaben/Werbungskosten zu berücksichtigen sind und
  • bei unverheirateten Elternpaaren.

In beiden Fällen kann grundsätzlich jeder Elternteil nur "seine" Kosten geltend machen.

Wollen Eltern sicher sein, dass die Kosten bei dem Elternteil ihrer Wahl anerkannt werden, müssen sie deshalb vorab genau überlegen, wer den Betreuungsvertrag unterschreibt und von wessen Konto das Geld abfließt. Doch wer denkt schon so weit, wenn es doch eigentlich um die Entscheidung geht, welche Betreuungseinrichtung die richtige für das Kind ist? Abgesehen davon ist es im Laufe des Jahres ja noch gar nicht ganz sicher, bei welchem Elternteil sich die Kosten stärker auswirken.

Jetzt verspricht ein Urteil des Finanzgerichtes Münster Entspannung. Seiner Ansicht nach ist es für den Abzug der Kosten egal, wer den Betreuungsvertrag unterschrieben hat. Und bei nachweislich gemeinsamer Wirtschaftsführung ist es den Richtern sogar bei einem unverheirateten Elternpaar egal, von wessen Konto das Geld abgeflossen ist (FG Thüringen vom 27.05.2009, Az. 2 K 211/08, EFG 2009 S. 1376; Az. der Beschwerde VI B 81/09). Hoffen wir, dass sich der BFH dieser Auffassung anschließen wird!

Steuertipp
Haben Sie Probleme Ihre Kinderbetreuungskosten bei dem Elternteil Ihrer Wahl geltend zu machen, weil das Geld vom Konto des anderen Elternteils abgeflossen ist? Dann legen Sie Einspruch ein mit Hinweis auf die Nichtzulassungsbeschwerde VI B 81/09 und bitten den Finanzbeamten das Verfahren ruhen zu lassen.

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