Geschiedene: Reisekosten für Kinderbesuche absetzbar?

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Leben Ihre Kinder bei Ihrem Ex-Partner? Dann sollten Sie die Kosten Ihrer Besuchsfahrten in der Steuererklärung angeben. Bundesfinanzhof und Bundesverfassungsgericht müssen gleich in mehreren Verfahren entscheiden, ob das Finanzamt die Aufwendungen berücksichtigen muss.

Nach der bisherigen Rechtsprechung sind die Besuchskosten nicht abziehbar, sondern durch Kindergeld bzw. Kinderfreibetrag abgedeckt. Aber: Der Gesetzgeber hat das Kindschaftsrecht geändert. Waren Eltern früher zum Umgang mit den Kindern nur berechtigt, sind sie jetzt dazu verpflichtet (§ 1684 Abs. 1 BGB). Ob dadurch auch die steuerrechtliche Beurteilung der Aufwendungen anders ausfällt, müssen die Gerichte entscheiden.

Als Besuchskosten kommen vor allem Reisekosten infrage: Fahrtkosten, Übernachtungs- und Verpflegungskosten. Aufwendungen für Ausflüge oder andere Freizeitbeschäftigungen, die Sie mit Ihren Kindern unternehmen, dürfen Sie leider auf keinen Fall absetzen.

Betroffene sollten bis zu einem Urteil ihre Fahrten protokollieren und Belege sammeln. Tragen Sie die Aufwendungen als außergewöhnliche Belastung auf der letzten Seite des Mantelbogens ein. Setzt das Finanzamt den Rotstift an, legen Sie Einspruch ein und verweisen Sie zum Beispiel auf das anhängige Verfahren am Bundesverfassungsgericht (Az. 2 BvR 1849/04).

Beachten Sie, dass sich außergewöhnliche Belastungen nur steuerlich auswirken, soweit sie einen zumutbaren Eigenanteil übersteigen. Die Mühe lohnt sich also nur, wenn Ihre Besuchskosten hoch sind oder wenn Sie weitere außergewöhnliche Belastungen geltend machen können, zum Beispiel Krankheitskosten.

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