Geschiedene: Besuchsfahrten zu den Kindern sind nicht steuerlich absetzbar

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Ein unterhaltspflichtiger Vater, der seine bei der Mutter lebenden Kinder besucht, darf für die Besuchsfahrten keine außergewöhnlichen Belastungen geltend machen. Das entschied der BFH.

Die Frage, ob Umgangskosten des barunterhaltspflichtigen Elternteils als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sein können, sei höchstrichterlich bereits geklärt, erklärten die Richter unter Verweis auf die ständige Rechtsprechung des BFH.

Wann sind Kosten außergewöhnlich?

Aufwendungen sind dann außergewöhnlich, wenn sie nicht nur ihrer Höhe, sondern auch ihrer Art und dem Grunde nach außerhalb des Üblichen liegen.

Typische Aufwendungen der Lebensführung sind nicht außergewöhnlich

Die typischen Aufwendungen der Lebensführung sind dagegen nicht steuerlich abzugsfähig – egal, wie hoch sie sind. Familienbedingte Aufwendungen präzisierten die BFH-Richter, sind durch die Regelungen des Familienleistungsausgleichs – das sind die Freibeträge für Kinder bzw. das Kindergeld – abgegolten. Das gilt auch für Wochenendfahrten eines alleinstehenden Elternteils zu den von ihm getrennt lebenden Kindern. Das Argument, Fahrtkosten zur Wahrnehmung des Umgangsrechts bzw. der Umgangspflicht bei getrennt lebenden Eltern seien zwangsläufig, konnte die Richter nicht überzeugen: Das möge ja sein, aber außergewöhnlich seien die Kosten deswegen noch lange nicht, entschieden sie (BFH-Urteil vom 15.5.2012, VI B 111/11 ).

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