Fällt das Kindergeld weg, nur weil ein volljähriges Kind zuviel verdient?

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Verdient Ihr volljähriges Kind auch nur einen Euro zuviel, verlieren Sie bisher das komplette Kindergeld - und mit ihm alle Kindervergünstigungen. Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob das so sein darf.

Für ein volljähriges Kind haben Sie nur Anspruch auf Kindergeld, wenn es einen Berücksichtigungsgrund gibt, zum Beispiel Berufsausbildung und Ihr Kind eine bestimmte Einkommensgrenze einhält (seit 2004: 7.680 Euro).

Das Tückische: Liegen die Einkünfte und Bezüge Ihres Kindes über der Einkommensgrenze, fällt das Kindergeld sofort und in voller Höhe weg (Fallbeileffekt). Damit sind auch alle Vergünstigungen futsch, die an das Kindergeld geknüpft sind. Zu nennen sind hier zum Beispiel der Ausbildungsfreibetrag und die Kinderzulage bei der Altersvorsorge sowie der Familienzuschlag bei Beamten.

Jetzt muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob mit steigenden Einkünften und Bezügen des Kindes eine langsame Reduzierung des Kindergeldes geboten ist.

Vom Fallbeileffekt besonders betroffen sind übrigens finanziell weniger gut gestellte Familien: Können die Eltern ihrem Kind während der Ausbildung finanziell nicht oder nur in geringem Umfang unter die Arme greifen, hat das Kind keine Wahl. Es muss sich seinen Unterhalt selbst verdienen.

Rutscht es dabei auch nur knapp über die Einkommensgrenze, müssen seine Eltern das Kindergeld zurückzahlen. Traurige Konsequenz: Der finanzielle Spielraum für die Ausbildung des Kindes ist noch geringer!

Nun hat das Bundesverfassungsgericht in dem Verfahren 2 BvR 1874/08 endlich Gelegenheit, zu entscheiden, ob diese Regelung wirklich verfassungskonform ist.

Steuertipp

Bis zu der Entscheidung der Richter aus Karlsruhe kann es allerdings noch lange dauern. Aber Sie können sich jetzt wenigstens wehren:

Fordert die Familienkasse das Kindergeld zurück, weil Ihr Kind die Einkommensgrenze knapp oder sogar deutlich überschreitet, legen Sie Einspruch ein und beantragen mit Hinweis auf die Verfassungsbeschwerde 2 BvR 1874/08 das Ruhen des Verfahrens.

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