Erbschaft zählt beim Kindergeld nicht als Bezug

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Eine Erbschaft nach einem verstorbenen Elternteil ist kein kindergeldrechtlicher Bezug im Sinne des § 32 Abs. 4 Satz 2 EStG. Dies stellt der BFH klar.

In dem zugrunde liegenden Verfahren verstarb die Mutter zweier volljähriger Kinder, die sich in Ausbildung befanden. Strittig war, wie sich das Erbe der Kinder auf den Kindergeldanspruch auswirkt. Das Finanzamt berücksichtigte die Erbschaft als kindergeldrechtlichen Bezug, der auf den Jahresgrenzbetrag anzurechnen ist.

Der BFH stellt jetzt klar, dass ein Zufluss von Vermögenswerten, der bei einem Kind dadurch eintritt, dass es einen Elternteil beerbt, für Zwecke des Kindergeldes ebenso außer Betracht zu lassen ist wie Schenkungen seitens der Eltern zu deren Lebzeiten. Auch im Erbfall nach einem Elternteil liege kein Zufluss von dritter Seite vor (BFH-Urteil vom 4.8.2011, III R 22/10 ).

Hintergrund: Kindergeld für volljährige Kinder

Anspruch auf das Kindergeld besteht bis zum vollendeten 18. Lebensjahr und in besonderen Fällen (wie z.B. Berufsausbildung) bis zur Vollendung des 25. Lebensjahrs. So wird Kindergeld auch nach dem 18. Lebensjahr gezahlt, wenn das Kind eine Berufsausbildung absolviert oder sich im freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr befindet oder einen freiwilligen Zivildienst im Ausland ableistet.

Dabei dürfen die jährlichen Einkünfte und Bezüge (Geld- und Sachleistungen) des volljährigen Kindes die Einkommensgrenze von 8.004,00 € nicht überschreiten. Ansonsten wird kein Kindergeld gezahlt.

Änderung ab 2012

Beim Antrag auf Kindergeld für volljährige Kinder bis 25 Jahre entfällt ab 2012 die Einkommensprüfung bei den Kindern. Die Eltern erhalten also immer Kindergeld, unabhängig davon, wie viel das Kind selbst verdient.

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