Elterngeld: Wenn die werdende Mutter keinen Arbeitsplatz findet

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Für die Berechnung des Elterngelds zählt grundsätzlich das Netto-Einkommen der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt. Sind in diesem Bemessungszeitraum Monate enthalten, in denen der Arbeitslohn geringer war, zum Beispiel wegen schwangerschaftsbedingter Krankheiten, werden auch weiter zurückliegende Monate zugunsten der Mutter berücksichtigt.

Der Bemessungszeitraum wird auch dann zu Ihren Gunsten verschoben, wenn Sie nach einem Arbeitsplatzverlust wegen einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung keinen neuen Job finden. Denn auch dann vermindert sich Ihr Erwerbseinkommen in den Monaten vor der Geburt (LSG Niedersachsen-Bremen vom 22.08.2018, L 2 EG 8/18).

Beispiel

Frau Hornbach wurde der Arbeitsplatz zum 30.4.2018 gekündigt. Sie bemühte sich danach um eine neue Anstellung und war bei zwei Arbeitgebern zum Probearbeiten. Zu einer Einstellung kam es nicht. Denn die Frauenärztin sprach ein Beschäftigungsverbot ab Mai 2018 bis zur Geburt des Kindes aus. Das Kind kam im Oktober 2018 zur Welt. In den Monaten Mai bis September 2018 bezog Frau Hornbach Krankengeld, das elterngeldrechtlich nicht als Einkommen angesehen wird. Der Bemessungszeitraum umfasst grundsätzlich die Monate Oktober 2017 bis September 2018. Weil die schwangerschaftsbedingte Krankheit und nicht die vorherige Kündigung kausal für die Minderung des Erwerbseinkommens war, verschiebt sich der Bemessungszeitraum und umfasst die Monate Mai 2017 bis April 2018.

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