Behindertes Kind: Die "Anlage Kind" ignoriert bestimmte Fälle

 - 

Ein behindertes Kind wird ohne Altersbegrenzung berücksichtigt. Voraussetzung: Die Behinderung ist vor dem 25. Lebensjahr eingetreten bzw. vor dem 27. Lebensjahr ("Altfälle"). In der Anlage Kind kommen Altfälle aber nicht vor. Blieb Ihr Kind deshalb unberücksichtigt, bekommen Sie die Vergünstigungen nachträglich.

Früher konnten Eltern bis zum 27. Lebensjahr ihres Sprösslings Kindergeld/die Freibeträge für Kinder bekommen. Jetzt geht das nur noch bis zum 25. Lebensjahr. Eine Ausnahme gibt es für ein behindertes Kind. Es wird ohne Altersgrenze berücksichtigt. Allerdings muss das Kind beim Eintritt der Behinderung

  • jünger als 25 Jahre gewesen sein, wenn die Behinderung am 1.1.2007 oder später eingetreten ist (Neufall);
  • jünger als 27 Jahre gewesen sein, wenn die Behinderung vor dem 1.1.2007 eingetreten ist (Altfall).

Ist die Behinderung Ihres Kindes vor dem 1.1.2007 eingetreten, dann kann Ihr Kind weiterhin ohne Altersgrenze berücksichtigt werden, wenn es beim Eintritt der Behinderung zwar älter als 25 Jahre gewesen ist aber noch keine 27 Jahre. Die "Anlage Kind" für 2007 und für 2008 sieht aber nur den Neufall vor - also Eintritt der Behinderung vor dem 25. Lebensjahr. Folglich kann es sein, dass Sie für Ihre Kind die "Anlage Kind" gar nicht ausgefüllt haben, und deshalb auch nicht in den Genuss der Ihnen zustehenden Kindervergünstigungen gekommen sind.

Steuertipp
In diesem Fall reichen Sie jetzt die "Anlage Kind" noch nach. Beantragen Sie die Änderung Ihres Steuerbescheides zu Ihren Gunsten wegen neuer Tatsachen gemäß § 173 AO - und zwar auch, wenn der Bescheid schon bestandskräftig ist. Da die "Anlage Kind" Altfälle gar nicht berücksichtigt, kann Sie kein Verschulden daran treffen, dass diese Tatsachen dem Finanzamt erst nachträglich bekannt werden. Deshalb ist auch ein bestandskräftiger Bescheid noch änderbar.

Weitere News zum Thema

  • Kindergeld und Kinderfreibeträge angehoben

    [] Das Familienentlastungsgesetz bringt für Familien in zwei Stufen Entlastungen. Dazu trägt eine Erhöhung des Kindergelds, ein höherer Kinderbetrag und höhere Grundfreibeträge bei. mehr

  • Kein Kindergeld bei Besuch einer Missionsschule

    [] Der BFH teilt die Ansicht des erstinstanzlichen Finanzgerichts, dass hier der Schulbesuch nicht der Vorbereitung auf einen konkret angestrebten Beruf dient, sondern die Persönlichkeits- und Charakterbildung i.S. des Leitbilds der Schule im Vordergrund steht. mehr

  • Elterngeld: Wenn die werdende Mutter keinen Arbeitsplatz findet

    [] Für die Berechnung des Elterngelds zählt grundsätzlich das Netto-Einkommen der letzten zwölf Kalendermonate vor der Geburt. Sind in diesem Bemessungszeitraum Monate enthalten, in denen der Arbeitslohn geringer war, zum Beispiel wegen schwangerschaftsbedingter Krankheiten, werden auch weiter zurückliegende Monate zugunsten der Mutter berücksichtigt. mehr

  • Kein Kindergeld für "AOK-Betriebswirt"

    [] Wenn Ihr Kind erst eine Ausbildung zum Sozialversicherungsangestellten abschließt und dann eine weiter Ausbildung zum "AOK-Betriebswirt" dranhängt, haben Sie während der zweiten Ausbildung keinen Anspruch auf Kindergeld. mehr

  • Kindergeldberechtigung scheitert bei Erkrankung des volljährigen Kindes nicht an fehlendem Bemühen um Ausbildungsplatz

    [] Ist ein Kind ausbildungswillig, aber zeitweise wegen einer Erkrankung nicht in der Lage, sich um einen Ausbildungsplatz zu bemühen, ist es in Bezug auf das Kindergeld ebenso zu behandeln wie ein Kind, das sich ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bemüht, einen solchen aber nicht findet und deshalb nach § 32 Absatz 4 Satz 1 Nr. 2c EStG zu berücksichtigen ist. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.