Auslandspraktikum und Kindergeld

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Absolviert ein Student ein bezahltes Praktikum im Ausland, muss die Familienkasse bei der Überprüfung der Einkommensgrenze die Kosten für Unterkunft und Verpflegung berücksichtigen.

Ein Informatikstudent absolvierte von Oktober 2005 bis März 2006 ein Praktikum in den USA. Dort verdiente er monatlich 1.400 US-Dollar. Die Familienkasse strich daraufhin das Kindergeld. Begründung: Die Einkünfte und Bezüge des Studenten überstiegen die Einkommensgrenze.

Die Eltern des Studenten wehrten sich dagegen. Ihr Argument: Die Familienkasse hat die Aufwendungen des Studenten für Verpflegung und Unterkunft in den USA nicht berücksichtigt. Nach Meinung der Eltern hätten diese Kosten von den Einkünften und Bezügen abgezogen werden müssen.

Urteil: Berücksichtigung nach Reisekostengrundsätzen

Die Richter des FG Baden-Württemberg entschieden: Bei den Kosten für Verpflegung und Unterkunft handelt es sich um ausbildungsbedingten Mehrbedarf, der von den Einkünften und Bezügen des Studenten abzuziehen ist. Die Kosten werden dabei nach Reisekostengrundsätzen berücksichtigt (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 9.3.2009, Az. 8 K 295/06; Az. der Revision beim BFH: III R 28/09).

Warum keine doppelte Haushaltsführung?

Voraussetzung für eine doppelte Haushaltsführung ist, dass der Steuerpflichtige neben der auswärtigen Unterkunft einen eigenen Haushalt hat. Das war hier nicht der Fall, da der Student noch bei seinen Eltern lebte. Eine Auswärtstätigkeit, die nach Reisekostengrundsätzen berücksichtigt wird, setzt keinen eigenen Hausstand voraus.

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