"Viva la Vida" oder "Einen Cuba Libre auf die Liebe!" (Teil 1)

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Von Mannheim aus sind es fast 8.000 Kilometer bis Havanna. Wer noch nie dort war, der verbindet das kommunistisch regierte Kuba meist mit Tabak, Rum, den typischen Oldtimern, halb zerfallenen Häusern im Kolonialstil, den unwiderstehlichen Rhythmen des Salsa und mit Fidel Castro und seinem Kampfgefährten Che Guevara. Kuba ist natürlich noch viel mehr. Aber was hat die südamerikanische Insel mit den steuerlichen Fragen unserer Kollegin Jenny zu tun?

"Eigentlich hatte ich nur eine kurze Urlaubsreise nach Kuba geplant. Ich kannte bis dahin auch nur die Bilder der tollen Autos, die Musik. Und ich hatte immer dieses Bild der weißen Strände vor Augen. Da musste ich unbedingt mal hin. 2014 war es dann endlich soweit. Aber was dann passierte, ist echt der Hammer!".

Capitol in Havanna: Kubas Hauptstadt fasziniert mit Architektur im Kolonialstil, Foto: privat

"Erst mal hab‘ ich mir die Hauptstadt Havanna angeschaut: wunderschöne alte Häuser, ein strahlend blauer Himmel und überall diese uralten amerikanischen Prachtschlitten, denen man übrigens ansieht, dass sie wieder und wieder zusammengeflickt wurden." Nicht verborgen blieben ihr die Probleme der Einwohner. "Du siehst sehr schnell, dass du in einem armen Land bist. Aber die Menschen sind unglaublich herzlich, gastfreundlich und offen. Die Atmosphäre der Stadt war schlicht überwältigend", schwärmt Jenny.

Überwältigend war auch die Begegnung mit Lester. Der junge Mann und die Marketing-Expertin aus Mannheim verstanden sich auf Anhieb so gut, dass schnell mehr daraus wurde. Aus dem kurzen Erkundungsurlaub wurde für Jenny eine unerwartete Reise ins Liebesglück.

Lovestory mit Happyend – auch einem steuerlichen, Foto: privat

Der Urlaub liegt jetzt fünf Jahre zurück. Mittlerweile sind die beiden verheiratet und leben in Deutschland, wo der junge Mann glücklicherweise rasch Arbeit gefunden hat. Von seinem Verdienst schickt er jeden Monat einen Teil nach Kuba, um seine Mutter finanziell zu unterstützen. Ihr tut jeder Extra-Euro gut, denn sie verdient als Lehrerin ganze 21,- € im Monat. Und übrigens: Damit liegt sie sogar noch unter dem durchschnittlichen kubanischen Monatseinkommen. Das beträgt nämlich gerade einmal rund 35,- €.

Für Jenny ist die Unterstützung der Mutter ihres Manns eine Selbstverständlichkeit. Aber da Jenny, was das Thema Steuern betrifft, sozusagen an der Quelle sitzt, fing sie auch an, sich über die steuerlichen Konsequenzen zu informieren. Die Unterstützung, die ihr Mann seiner Mutter zukommen lässt: Die müsste er doch steuerlich geltend machen können, oder?

Naja, so einfach geht das in der Steuerhochburg Deutschland leider nicht: Das Finanzamt verlangt bei Unterhaltszahlungen ins Ausland zunächst einmal Zahlungsbelege. Okay, das war kein Problem. Kniffliger war es, den Bedürftigkeitsnachweis zu beschaffen, den das Finanzamt forderte.

So begann die kubanisch-deutsche steuerliche Liebesromanze. Und sie ist noch lange nicht am Ende.

Was Jenny und ihr Mann im Umgang mit den Behörden noch erlebten, lesen Sie im zweiten Teil unserer Geschichte.

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