Wie dachintegrierte Fotovoltaikanlagen abzuschreiben sind

 - 

Die Finanzverwaltung hat Einigung darüber erzielt, wie dachintegrierte Fotovoltaikanlagen einkommensteuerlich zu behandeln sind.

Bisher gab es unterschiedliche Auffassungen dazu, wie dachintegrierte Fotovoltaikanlagen abzuschreiben sind. Bei diesen Anlagen werden die Solarmodule nicht auf das vorhandene Dach aufgesetzt (Aufdachanlage), sondern anstelle der Dachhaut eingesetzt, etwa in Form von Dachziegeln mit eingebautem Modul. Nun haben sich die obersten Finanzbehörden auf eine gemeinsame Marschrichtung geeinigt (Bayerisches Landesamt für Steuern, Verfügung vom 5.8.2010, DB 2010 S.1729):

Danach werden die dachintegrierten Anlagen ebenso wie die Aufdachanlagen nicht als unselbstständige Gebäudebestandteile angesehen, sondern als selbstständige, bewegliche Wirtschaftsgüter. Und das hat erfreuliche steuerliche Konsequenzen:

  • Die Anlage, bei Solardachziegeln nur die Kosten für das Fotovoltaikmodul, stellt notwendiges Betriebsvermögen des Gewerbebetriebs "Stromerzeugung" dar. Die Anschaffungskosten sind über 20 Jahre abzuschreiben. Bei linearer Abschreibung ergibt das eine AfA von 5%. Da es sich um ein bewegliches Wirtschaftsgut handelt, kann bei Anschaffung in der Zeit vom 1.1.2009 bis zum 31.12.2010 alternativ auch die weit höhere degressive AfA in Höhe des 2,5-Fachen der linearen AfA, also mit 12,5% des Buchwertes, geltend gemacht werden. Das soll unabhängig davon gelten, ob es sich um eine Dachsanierung oder einen Neubau handelt.
  • Die Kosten der Dachkonstruktion selbst sind bei einem Neubau als Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Gebäudes anzusetzen und abzuschreiben, bei einer Dachsanierung als Erhaltungsaufwendungen sofort abziehbar.
  • Im Jahr vor der Inbetriebnahme kann ein Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40% der voraussichtlichen Anschaffungskosten gebildet werden. Voraussetzung: Die Anlage ist am 31.12. des Jahres der Bildung verbindlich bestellt.
  • Eine Sonderabschreibung von 20% ist zusätzlich zur degressiven Abschreibung zulässig.

Steuertipp
Diese Grundsätze sollen auch für Blockheizkraftwerke gelten. Die Finanzverwaltung hält also nicht mehr an ihrer nachteiligen früheren Auffassung fest, wonach Blockheizkraftwerke als unselbstständige Gebäudeteile eingeordnet wurden, wenn die erzeugte Energie überwiegend im Gebäude verbraucht wurde.

Weitere News zum Thema

  • Verfassungsrichter kippen Einheitsbewertung bei Grundsteuer

    [] Die Einheitsbewertung von Grundstücken und Immobilien in den alten“ Bundesländern seit Anfang 2002 ist mit dem allgemeinen Gleichheitssatz unvereinbar und damit verfassungswidrig. Damit kann die Grundsteuer nicht mehr in der bisherigen Form erhoben werden. So hat es das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden (Urteil vom 10.4.2018 - 1 BvL 11/14, 1 BvL 12/14, 1 BvL 1/15, 1 BvR 639/11, 1 BvR 889/12). mehr

  • Biberschaden im Garten ist nicht steuerlich abziehbar

    [] Die Kosten für die Errichtung einer Bibersperre und zur Beseitigung von Biberschäden im Garten können in der Steuererklärung nicht als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Das hat das FG Köln entschieden. mehr

  • BGH: Exorbitante Stromrechnung nicht bezahlen

    [] Bei einer Nachforderung vom mehr als 9.000 Euro Heizkosten für eine 94 Quadratmeter große Wohnung darf laut Bundesgerichtshof (BGH) der Stromkunde die Zahlung ausnahmsweise vorläufig verweigern, bis die Rechtmäßigkeit der Forderung geklärt ist. mehr

  • Anliegerbeiträge zum Straßenausbau absetzbar?

    [] Rund um Straßenbau, Erschließungskosten, Anschlusskosten und Straßenlaternen werden Anwohner zur Kasse gebeten. Lassen sich diese Kosten wenigstens im Rahmen der Handwerkerkosten und haushaltsnahen Dienstleistungen in der Steuererklärung angeben? Die Gerichte sind uneins – hier eine Übersicht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.