Vermieter: Betrugsschaden als Werbungskosten

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Wer einem betrügerischen Grundstücksmakler Bargeld in der Annahme übergibt, der Makler werde damit den Kaufpreis für ein bebautes Grundstück bezahlen, kann den Verlust bei den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung abziehen. Das entschied der BFH.

Wichtig: Die Anerkennung als Werbungskosten setzt voraus, dass der betrogene Kaufinteressent bei Hingabe des Geldes zum Erwerb und auch zur Vermietung des Grundstücks entschlossen war.

Im entschiedenen Fall hatte der Kläger ein Villengrundstücks kaufen wollen. Die Villa wollte er teilweise vermieten. Eigentümer war eine Stiftung nach Liechtensteinischem Recht. Der Kläger vertraute einem Makler den Kaufpreis in bar an, nachdem dieser ihm versichert hatte, das Geschäft bei Barzahlung in der Schweiz zum Abschluss zu bringen. Tatsächlich verwendete der Makler das Geld jedoch für sich.

Das Finanzamt und das Finanzgericht erkannten die geltend gemachten Werbungskosten des Klägers nicht an und erklärten, die ohne rechtliche Grundlage an den Makler geleisteten Zahlungen führten nicht zu Werbungskosten.

Anders der BFH: Er hob das Urteil des Finanzgerichts auf und gab dem Kläger – jedenfalls im Grundsatz – Recht: Die einzige Voraussetzung für die Anerkennung vorab entstandener (vergeblicher) Aufwendungen sei die Erwerbs- und Vermietungsabsicht, erklärten die Richter. An dieser Absicht habe hier kein keine Zweifel bestanden, denn der Kläger hatte das Grundstück später tatsächlich noch erworben und auch vermietet.

Trotzdem hat der BFH die Sache an das Finanzgericht zurückverwiesen. Dieses muss jetzt noch prüfen, in welchem Zeitpunkt der Kläger davon ausgehen musste und durfte, dass er sein Geld von dem Makler nicht mehr zurückbekommen würde (BFH-Urteil 9.5.2017, Az. IX R 24/16).

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