Vergütung für Solarstrom sinkt ab 1.7.2010

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Wer Strom aus einer Photovoltaik(PV)-Anlage in das Stromnetz einspeist oder selbst verbraucht, bekommt eine gesetzlich garantierte Vergütung. Finanziert wird diese durch einen Aufschlag auf den Strompreis. Da PV-Anlagen immer billiger werden, sinkt ab 1. Juli die Vergütung.

Die Bundesregierung will das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das die Förderung der PV-Anlagen regelt, entsprechend ändern und die aus ihrer Sicht bestehende Überförderung durch zu hohe Vergütungen abbauen. Dadurch sinkt die Belastung für die Stromkunden. Schon Anfang des Jahres waren die Fördersätze turnusgemäß um rund 9 Prozent reduziert worden.

Gleichzeitig wird auch die Zielmarke für den Ausbau der Solarenergie an den dynamischen Ausbau angepasst und auf 3 000 Megawatt installierte Leistung im Jahr angehoben. Diese Zielmarke beeinflusst auch die Höhe der Vergütung.

Das sind die wichtigsten Punkte:

  • Die Vergütung für Anlagen auf oder an Gebäuden sinkt bei Inbetriebnahme ab 1.7.2010 um einmalig 16 Prozent.
  • Bei Freiflächenanlagen gilt ein Kürzungssatz von 15 Prozent ebenfalls bei Inbetriebnahme ab 1.7.2010. Bei Anlagen auf Konversionsflächen gelten 11 Prozent.
  • Für Strom aus Anlagen auf ehemaligen Ackerflächen gibt es gar keine Vergütung mehr, wenn die Anlage ab 1.7.2010 in Betrieb genommen wird. Ausgenommen hiervon sind Anlagen, die sich im Bereich von vor dem 1.1.2010 beschlossenen Bebauungsplänen befinden und bis zum Ende des Jahres 2010 in Betrieb genommen werden.
  • Die Befristung der Vergütung von Freiflächenanlagen bis zum 1.1.2015 wird aufgehoben. Damit wird auch Strom aus nach dem 31.12.2014 in Betrieb genommenen PV-Anlagen auf Freiflächen vergütet.
  • Der Direktverbrauch von Solarstrom wird – befristet bis zum 31.12.2011 - stärker gefördert. Die Regelung wird so erweitert, dass nicht nur der Strom aus kleinen Anlagen bis 30 kW installierter Leistung direkt genutzt werden kann, sondern dies jetzt auch bei größeren Dachanlagen bis einschließlich einer Leistung von 800 Kilowatt möglich ist.

Durch die Gesetzesänderung ergeben sich folgende Vergütungssätze:


Datum der Inbetriebnahme

Leistungsklassen und Vergütungssätze in Cent pro Kilowattstunde

bis 30 kW

bis 100 kW

ab 100 kW

ab 1.000 kW

Konversions-flächen

Sonstige Freiflächen

ab 1.1.2010

39,14

37,23

35,23

29,37

28,43

28,43

ab 1.7.2010

32,88

31,27

29,59

26,14

25,30

24,16

ab 1.1.2011 (Degression 11%)

29,26

27,83

26,34

23,26

22,52

21,50


Hinweis: Der Bundestag soll die Gesetzesänderung im Mai endgültig beschließen, am 1.7.2010 tritt sie in Kraft.

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