Steuerbefreiung des Familienwohnheims nicht bei Abriss und Neubau

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Mit dem Abriss des alten Wohnhauses geht nach Ansicht des FG München das schützenswerte Familienwohnheim unter und der Erbe hat nicht mehr die Möglichkeit, das Haus wie vom Gesetzgeber gefordert zu eigenen Wohnzwecken zu nutzen.

Erben Sie das Wohnhaus der Eltern, ist dieser Erwerb nach § 13 Abs. 1 Nr. 4c ErbStG steuerfrei. Voraussetzung: Die Wohnfläche beträgt weniger als 200 m2, Sie nutzen das Haus unverzüglich zu eigenen Wohnzwecken und erhalten die Nutzung mindestens zehn Jahre aufrecht. Erfüllen Sie diese Bedingungen, wirkt die Steuerbefreiung des Familienwohnheims wie ein zusätzlicher Freibetrag.

Einen Grenzfall hatte das Finanzgericht München zu beurteilen. Neben umfangreichem Vermögen war auch das alte Wohnhaus der Erblasserin in der Erbmasse. Anstatt selbst einzuziehen, riss der Erbe die sehr kleine und stark sanierungsbedürftige Immobilie ab und plante, auf dem Grundstück neu zu bauen. Bei der Erbschaftsteuererklärung beantragte er für den Erwerb des Wohnhauses die Steuerbefreiung für das Familienwohnheim der Mutter.

Finanzamt und Finanzgericht verweigerten die Steuerbefreiung nach § 13 ErbStG. Mit dem Abriss des alten Wohnhauses ist nach Ansicht der Richter das schützenswerte Familienwohnheim untergegangen. Damit hat der Erbe nicht mehr die Möglichkeit, das Haus wie vom Gesetzgeber gefordert zu eigenen Wohnzwecken zu nutzen.

Die starke Sanierungsbedürftigkeit genügt auch nicht als zwingender Hinderungsgrund an der Eigennutzung (FG München vom 22.10.2014, 4 K 847/13 ).

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