Solaranlagen im Trend: So kassiert das Finanzamt beim Öko-Strom mit

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Regenerative Energien erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Viele Häuslebauer installieren auf Ihrem Dach eine Photovoltaikanlage. Diese Anlagen erzeugen Strom aus Sonnenlicht . Wir sagen Ihnen, welche Schatten das Finanzamt darauf werfen kann.
 
So funktioniert die Vergütung
Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, verkauft den von ihm erzeugtenStrom an das jeweilige Energieversorgungsunternehmen, z.B. dieStadtwerke. Den für den eigenen Haushalt benötigten Strom kauft derBetreiber vom Energieversorgungsunternehmen zurück. Für jedeerzeugte Kilowattstunde, die Sie in das Netz desEnergieversorgungsunternehmens einspeisen, erhalten Sie eine Vergütung. Diese besteht aus einem Grundbetrag, der durch verschiedeneErhöhungsbeträge auf bis zu 62,4 Cent pro Kilowattstunde aufgestockt werden kann.
 
Das gilt für Ihre Steuererklärung  
 
1. Einkommensteuer
Die Vergütung für »Ihren« Strom zählt zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb. Dieser muss bei der Steuererklärung in der Anlage GSE angegeben werden. Um dort den Gewinn zu ermitteln, ziehen Sie von der Vergütung Ihre Betriebsausgaben ab, z.B.  Abschreibungen, Schuldzinsen und laufende Betriebskosten. Anlaufverluste werden in der Regel steuerlich anerkannt, da das Finanzamt Ihnen zumindest langfristig Gewinnerzielungsabsicht unterstellt. 
 
2. Umsatzsteuer
Der Betreiber einer Photovoltaikanlage, der seinen Strom gegen eine Vergütung in das öffentliche Netz einspeist, ist umsatzsteuerlich ein Unternehmer. Das bedeutet: Als Betreiber von Photovoltaikanlagen berechnen Sie dem Energieversorgungsunternehmen Umsatzsteuer, die Sie an das Finanzamt abführen müssen. Im Gegenzug können Sie die von Ihnen gezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer vom Finanzamt zurückerstattet bekommen. Aber Achtung: Privathaushalte sind immer Kleinunternehmer und daher nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Das bringt die vergleichsweise geringe Größe der Photovoltaikanlagen mit sich. Auf diese Vereinfachungsregelung können Sie verzichten. Dann werden Sie umsatzsteuerlich wie ein »normaler« Unternehmer behandelt.
Vorteil: Das Finanzamt erstattet Ihnen die Umsatzsteuer, dieIhnen andere Unternehmer für Ihre Photovoltaikanlage berechnen. Sie müssen nur auf den an das Energieversorgungsunternehmen verkauften Strom Umsatzsteuer berechnen. Ganz wichtig: Umsatzsteuerliche Unternehmer müssen monatlich eine Umsatzsteuervoranmeldung beim Finanzamt abgeben!  
 

Unser Service für Sie:

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema »Photovoltaikanlagen und das Finanzamt« mit zahlreichen Rechenbeispielen finden Sie in unserem Leserservice.

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