Photovoltaikanlage: Kein Vorsteuerabzug für Sanierung des Trägerdaches

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Dem Betreiber einer Photovoltaikanlage steht kein Vorsteuerabzug zu für die Sanierung des Daches, auf dem die Anlage montiert wird.

Fall 1: Ein Privatmann installierte Ende 2007 auf dem Scheunendach eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens eine Photovoltaikanlage. Vorher ließ er einen Zimmerer das baufällige Scheunendach komplett erneuern und machte die in der Handwerkerrechnung ausgewiesene Umsatzsteuer von 3.476 Euro beim Finanzamt als Vorsteuer geltend.

Vom Finanzamt und im Anschluss vom Finanzgericht wurde der Erstattungsantrag jedoch abgelehnt (FG München, Urteil vom 27.7.2009, Az. 14 K 595/08). Begründung: Es ist unstreitig, dass der Betreiber einer Photovoltaikanlage als Unternehmer anzuerkennen ist. Deshalb steht ihm auch der Vorsteuerabzug aus den Anschaffungskosten von netto 128.191 Euro sowie aus den Kosten der Montage zu. Das gilt jedoch nicht für die Kosten einer Dacherneuerung. Bei einer Auf-Dach-Montage werden die Module mit einem Gestell auf das bestehende Dach installiert. Die Anlage wird daher kein wesentlicher Teil des Gebäudes. Das Gebäude selbst wird nichtunternehmerisch genutzt und kann nicht dem Unternehmen zugeordnet werden.

Steuertipp
Das Finanzgericht wies darauf hin, dass es für Dachsanierungsarbeiten im Zusammenhang mit der Installation einer Photovoltaikanlage ausnahmsweise den Vorsteuerabzug geben kann, soweit es aus statischen Gründen notwendig ist, Stützbalken einzuziehen oder Sparren zu verstärken.

Fall 2: Der Kläger errichtete 2007 einen neuen Holzschuppen, auf dessen Dach er eine bisher auf einem anderen Grundstück betriebene Photovoltaikanlage installierte. Er beantragte die Erstattung von 3.033 Euro Vorsteuern aus den Baukosten für den Schuppen. Auch hier lehnte das Finanzgericht den Vorsteuerabzug ab (FG München, Urteil vom 27.7.2009, Az. 14 K 1164/07): Der Vorsteuerabzug sei nur bei Zuordnung des Schuppens zum Unternehmen möglich. Die Zuordnung setze aber voraus, dass der Schuppen zu mindestens 10 Prozent unternehmerisch, also für die Anlage, genutzt werde. In diese Berechnung gehe aber nicht die Dachfläche, sondern nur die Nutzfläche ein. Dass durch die im Schuppen installierten Anlagenteile wie Einspeisezähler, Wechselrichter und Schaltschrank 10 Prozent der Nutzfläche beansprucht werden, habe der Kläger nicht dargelegt.

Steuertipp
Die Beurteilungskriterien für den Vorsteuerabzug aus Baumaßnahmen im Zusammenhang mit der Installation von Photovoltaikanlagen sind alles andere als eindeutig. Betroffene Anlagenbetreiber können bei ähnlichem Sachverhalt Einspruch einlegen und mit Verweis auf die Revision zu Fall 2 das Ruhen des Verfahrens beantragen (Az. des BFH: XI R 29/09).

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