Nachträglicher Abzug von Schuldzinsen nach Immobilienverkauf?

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Zinsen für ein Hypothekendarlehen zum Bau oder Kauf einer vermieteten Immobilie sind während der Vermietungszeit als Werbungskosten absetzbar. Ob der Schuldzinsenabzug auch nach dem Immobilienverkauf weiterlaufen kann, muss der BFH klären. Ein Einspruch kann sich lohnen.

Schuldzinsen (Kreditzinsen) für ein Darlehen, das Sie für den Bau oder Kauf Ihrer vermieteten Immobilie eingesetzt haben, sind sofort als Werbungskosten abziehbar. Laufen Ihre Schuldzinsen nach Aufgabe der Vermietungsabsicht infolge Verkaufs der Immobilie weiter, weil das Hypothekendarlehen noch nicht getilgt ist, können die Zinsen nach bisheriger Rechtslage nicht als nachträgliche Werbungskosten abgesetzt werden, wenn Sie mit dem Darlehen den Kaufpreis oder die Baukosten bezahlt hatten. Das gilt auch dann, wenn bei Verkauf der erzielte Verkaufserlös nicht zur Darlehenstilgung ausgereicht hat. Die weiterlaufenden Zinszahlungen sind somit Ihre Privatsache.

Es erscheint möglich, dass es hier zu einer Änderung der Rechtsprechung kommt. Denn der BFH hat in einem ähnlich gelagerten Fall den nachträglichen Schuldzinsenabzug nach Veräußerung einer GmbH-Beteiligung zugelassen. In einem Revisionsverfahren prüft der BFH nun, ob diese neue Rechtsprechung auch bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung anwendbar ist (Az. IX R 67/10).

Steuertipp
Betroffene Vermieter sollten unbedingt Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen, wenn das Finanzamt die nach dem Immobilienverkauf noch geltend gemachten Kreditzinsen nicht als Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung anerkennt.

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