Mietvertrag zwischen Angehörigen: Sie müssen sich schon einig sein...

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Bei Verträgen zwischen Angehörigen schaut das Finanzamt genau hin. Wer bei einem Mietvertrag vier verschiedene Angaben zur Quadratmeterzahl macht, wird mit dem Finanzamt ein Problem bekommen.

So wie ein Ehepaar, bei dem der Mann Eigentümer eines großen Gebäudes war, in dem er seiner Ehefrau für deren selbstständige Tätigkeit Räume vermietete. Die Ehefrau wollte die Mietkosten als Betriebsausgaben absetzen und konnte auch einen Mietvertrag vorweisen. Der Ehemann nutzte seinerseits ein Zimmer als "Studierzimmer" und wollte dafür Werbungskosten anerkannt wissen.

Das Finanzamt forderte die Vorlage des Mietvertrages an und bat um Auskunft, welche Räumlichkeiten vermietet würden. Damit nahm das Unglück seinen Lauf – denn offenbar war sich das Ehepaar selbst nicht ganz einig, was vermietet wurde:

  • Mit Schriftsatz vom 10. Juni 2013 reichte das Ehepaar eine Aufstellung auf, wonach 25,21% der Fläche vermietet werden.

  • Mit Schriftsatz vom 1. Januar 2014 reichte das Ehepaar eine neue Aufstellung ein. Danach beträgt der vermietete Flächenanteil nunmehr 22,95%.

  • Mit Schriftsatz vom 9. März 2015 erklärte das Ehepaar, 41,03% der Flächen sei vermietet.

  • In der mündlichen Verhandlung vom 25. Januar 2016 überreichte das Ehepaar eine Aufstellung, nach der 33,1% der Flächen auf die Vermietung entfallen.

Hätte man mit einem fremden Dritten einen solchen Mietvertrag abgeschlossen? Eher nicht... Das meinten auch die Finanzrichter und erkannten die Kosten steuerlich nicht an (FG Niedersachsen, Urteil vom 25.01.2016, Az. 3 K 38/15, 3 K 39/15).

Die Richter ließen keine Revision zum Bundesfinanzhof zu. Dagegen wehrt sich das Ehepaar jetzt mit einer Nichtzulassungsbeschwerde (Az. VIII B 28/16 und 29/16).

Verträge mit Angehörigen: Stichwort Drittvergleich

Für die Finanzverwaltung ist bei der Untersuchung von Verträgen mit Angehörigen immer der sogenannte Drittvergleich wichtig. Das heißt: Mietverträge, Arbeitsverträge oder Darlehensverträge werden nur dann steuerlich anerkannt, wenn Sie sie auch mit einem Fremden in dieser Form abschließen und durchführen würden.

Um sich mögliche Beweisprobleme zu ersparen, dokumentieren Sie die Vertragsgestaltung so präzise wie möglich. Sie sollten auch ohne zwingend vorgeschriebene Schriftform eine kurze formlose Vereinbarung mit Datum und Unterschrift der Beteiligten abschließen.

Damit alle Zweifel beseitigt sind, müssen Sie sich im Anschluss an die getroffenen Vereinbarungen halten. Auch hier kann die Finanzverwaltung nachhaken und Belege verlangen.

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