Gut verdienende Ehepaare: halbe Eigenheimzulage auch bei getrennter Veranlagung verloren

 - 

Die Eigenheimzulage gab es nur bis zu bestimmten Höchstgrenzen bei den Einkünften. Seit 1.1.2004 gilt für Ehepaare eine Verschärfung: Ihre Einkünfte werden auch dann zusammengerechnet, wenn sie die getrennte Veranlagung wählen. Diese Praxis hat der Bundesfinanzhof leider bestätigt.

Bis Ende 2003 wurde bei getrennt veranlagten Ehepaaren, die gemeinsam eine Immobilie kauften, die Einkunftsgrenze für die Ehepartner einzeln geprüft. Der Vorteil: Wenn der schlechter verdienende Ehepartner die Einkunftsgrenze für Ledige unterschritt, konnte er wenigstens die halbe Zulage retten.

Seit 1.1.2004 wird die Einkunftsgrenze dagegen für die Ehepartner immer gemeinsam geprüft - auch bei getrennter Veranlagung. Der Nachteil: Ist die Summe der gemeinsamen Einkünfte zu hoch, entfällt die Förderung auch dann komplett, wenn einer der Partner die Einkunftsgrenze für Ledige einhält.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz sah darin noch einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. Denn wenn die Kläger nicht verheiratet wären, würde die Ehefrau die halbe Eigenheimzulage bekommen. Sie sah sich deshalb gegenüber nicht ehelich zusammenlebenden Paaren benachteiligt.

Der Bundesfinanzhof sieht das anders. Seine Begründung: Auch getrennt veranlagte Eheleute treffen die Entscheidung für eine selbst genutzte Immobilie gemeinsam. Deshalb darf der Gesetzgeber sie als Einheit behandeln, und zwar auch dann, wenn sie dadurch im Detail gegenüber nicht ehelichen Lebenspartnern benachteiligt sind.

Konsequenz: Überschreiten getrennt veranlagte Ehepaare die Einkunftshöchstgrenze von 140.000 Euro für zwei Jahre, können Sie keine Eigenheimzulage bekommen.

Weitere News zum Thema

  • Verfassungsrichter kippen Einheitsbewertung bei Grundsteuer

    [] Die Einheitsbewertung von Grundstücken und Immobilien in den alten“ Bundesländern seit Anfang 2002 ist mit dem allgemeinen Gleichheitssatz unvereinbar und damit verfassungswidrig. Damit kann die Grundsteuer nicht mehr in der bisherigen Form erhoben werden. So hat es das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden (Urteil vom 10.4.2018 - 1 BvL 11/14, 1 BvL 12/14, 1 BvL 1/15, 1 BvR 639/11, 1 BvR 889/12). mehr

  • Biberschaden im Garten ist nicht steuerlich abziehbar

    [] Die Kosten für die Errichtung einer Bibersperre und zur Beseitigung von Biberschäden im Garten können in der Steuererklärung nicht als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Das hat das FG Köln entschieden. mehr

  • BGH: Exorbitante Stromrechnung nicht bezahlen

    [] Bei einer Nachforderung vom mehr als 9.000 Euro Heizkosten für eine 94 Quadratmeter große Wohnung darf laut Bundesgerichtshof (BGH) der Stromkunde die Zahlung ausnahmsweise vorläufig verweigern, bis die Rechtmäßigkeit der Forderung geklärt ist. mehr

  • Anliegerbeiträge zum Straßenausbau absetzbar?

    [] Rund um Straßenbau, Erschließungskosten, Anschlusskosten und Straßenlaternen werden Anwohner zur Kasse gebeten. Lassen sich diese Kosten wenigstens im Rahmen der Handwerkerkosten und haushaltsnahen Dienstleistungen in der Steuererklärung angeben? Die Gerichte sind uneins – hier eine Übersicht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.