Gescheiterter Kauf einer Mietimmobilie: Werbungskosten sind abziehbar

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Der BFH hat in zwei neuen Urteilen den Werbungskostenabzug zugelassen, wenn Sie als Immobilienbesitzer das Scheitern einer Investition erkannt haben und durch Aufhebung der Kaufverträge die Höhe der vergeblichen Aufwendungen begrenzen wollen.

In einem Fall stritten Bauherr und Bauträger um eine in Bau befindliche Eigentumswohnung, die vermietet werden sollte. Der Bauträger verlangte die Bauabnahme und die Kaufpreiszahlung, der Bauherr rügte eine mangelhafte und unvollständige Bauleistung. Man einigte sich schließlich auf eine Vertragsauflösung gegen eine Vergleichszahlung des Bauherrn. Diese Zahlung sowie die dabei entstandenen Rechtsanwalts- und Notarkosten sind bei den Vermietungseinkünften abziehbar (BFH-Urteil vom 15.11.2005, Az. IX R 3/04, BStBl. II 2006 S. 258).

Das Gleiche gilt, wenn der Vertrag gegen eine Schadensersatzzahlung des Bauherrn aufgelöst wird, weil die Bank die ursprünglich zugesagte Finanzierung scheitern lässt (BFH-Urteil vom 7.6.2006, Az. IX R 45/05, Deutsches Steuerrecht 2006 S. 1794).

Begründung des BFH in beiden Fällen: Aufwendungen des Bauherrn, um sich aus einer gescheiterten Investition zu lösen, sind auch nach Aufgabe der Einkunftserzielungsabsicht Werbungskosten. Voraussetzung: Der bisherige Zusammenhang mit Vermietungseinkünften wird nicht durch einen neuen Zusammenhang etwa mit steuerfreien Veräußerungsgewinnen überlagert.

Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Entschädigung aufgrund einer Gerichtsentscheidung oder eines außergerichtlichen Vergleichs gezahlt wird.


Weitere Informationen zu »Werbungskosten bei Vermietung und Verpachtung« finden Sie im »Steuer-Spar-Berater«.

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