Erbschaftsteuer: Begünstigung auch für unfertige Wohnimmobilien

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Wohnimmobilien sind bei Erbschaft und Schenkung begünstigt. § 13c ErbStG sieht vor, dass zu Wohnzwecken vermietete Immobilien nur mit 90 % des Grundstücksbedarfswerts zur Erbschaftsteuer herangezogen werden. Das gilt auch für noch nicht fertig gestellte Wohnimmobilien.

Das Finanzgericht Düsseldorf hatte zu entscheiden, ab wann eine Immobilie eine Wohnimmobilie im Sinne dieser Vorschrift ist. Ein Erbe wollte die Vergünstigung für geerbte Immobilien in Anspruch nehmen, die zum Zeitpunkt des Erbfalls noch nicht fertiggestellt waren. Auch ein Mietvertrag war noch nicht abgeschlossen, deshalb lehnte das zuständige Finanzamt die Steuerbegünstigung ab.

Der Kläger konnte jedoch belegen, dass die Erblasserin schon bei der Planung der Bauten die Absicht zur Vermietung hatte. Nach Ansicht des Finanzgerichts genügt diese Absicht zum Zeitpunkt des Erbfalls, um den Bewertungsabschlag nach § 13c ErbStG zu gewähren.

Nicht gewährt wurde der Abschlag allerdings für die von der Erblasserin selbst bewohnte Immobilie, die der Erbe später ebenfalls vermietet hat. Grund: Maßgeblich für die Vergünstigung ist die Nutzung oder zumindest Nutzungsabsicht des Erblassers. Im konkreten Fall sei die Immobilie zum Todeszeitpunkt der Erblasserin weder vermietet gewesen noch habe die Erblasserin dies beabsichtigt (FG Düsseldorf vom 16.4.2014, 4 K 4299/13 Erb ; Az. der Revision II R 30/14).

Haben Sie Immobilien geerbt, die noch nicht fertiggestellt, aber zur Vermietung bereits vorgesehen waren, sollten Sie die Vergünstigung nach § 13c ErbStG beantragen. Falls das Finanzamt den Bewertungsabschlag verweigert, legen Sie unter Berufung auf das anhängige BFH-Verfahren II R 30/14 Einspruch ein.

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