Eigenheimzulage auch für Zweitwohnung im EU-Ausland?

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Deutsche Steuerzahler mit einem Eigenheim im EU-/EWR-Ausland haben Anspruch auf Eigenheimzulage. So hat es der Europäische Gerichtshof (EuGH) bereits Anfang 2008 entschieden. Gilt das auch für Zweit- und Ferienwohnungen im Ausland? Der Bundesfinanzhof muss entscheiden.

Bisher verweigert die Finanzverwaltung die Zulage für Zweit- und Ferienwohnungen im EU-/EWR-Ausland, wenn der Hauptwohnsitz des Eigentümers in Deutschland liegt (Erlass des Landesamtes für Steuern in Bayern vom 29.12.2008, EZ 1000.1.1 - 1/2 St 32/St 33). So sieht es auch das Niedersächsische Finanzgericht.

Anders das Finanzgericht Baden-Württemberg: Es gestand die Zulage auch einem in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtigen Arzt für seine Zweitwohnung in Griechenland zu (FG Baden-Württemberg, Urteil vom 23.4.2009, Az. 3 K 3441/08).

Begründung: Die Arbeitnehmerfreizügigkeit und die Niederlassungsfreiheit innerhalb der EU gelten auch für den Zweitwohnsitz. Deshalb müssen ausländische Zweitimmobilien genauso gefördert werden wie inländische. Die Finanzverwaltung hat gegen das Urteil Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt (Az. IX R 20/09).

Steuertipp

Wenn Sie für Ihre Wohnung im EU-/EWR-Ausland vor dem 1.1.2006 den Bauantrag eingereicht oder den Kaufvertrag abgeschlossen haben, sollten Sie jetzt die Eigenheimzulage beantragen.
Diesen Antrag können Sie rückwirkend innerhalb der vierjährigen Verjährungsfrist stellen. Die Frist beginnt mit Ablauf des Jahres, in dem der Zulagenanspruch entstanden ist.

Lehnt das Finanzamt Ihren Antrag ab, sollten Sie Einspruch einlegen. Beantragen Sie das Ruhen des Verfahrens mit Hinweis auf die Revision IX R 20/09.

Hinweis: Zum EWR gehören neben den EU-Staaten noch Island, Liechtenstein und Norwegen.

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