Behindertengerechter Bungalow: Grundstückskosten nicht absetzbar

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Wer ebenerdig bauen muss, braucht ein größeres Grundstück. Das lässt sich in der Steuererklärung leider nicht (anteilig) absetzen.

Die Mehrkosten für die Anschaffung eines größeren Grundstücks zum Bau eines behindertengerechten Bungalows nicht als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen, entschied der BFH.

Anders als Kosten für behinderungsbedingte Mehrkosten eines Um- oder Neubaus, wie beispielsweise der Einbau einer barrierefreien Dusche oder eines Treppenlifts, seien die höheren Aufwendungen für ein größeres Grundstück nicht vornehmlich der Krankheit oder Behinderung geschuldet, sondern in erster Linie Folge der frei gewählten Wohnungsgröße (Wohnflächenbedarf) des Steuerpflichtigen, erklärten die Richter. Folglich fehle es ihnen an der für den Abzug als außergewöhnliche Belastung erforderlichen Zwangsläufigkeit (BFH-Urteil vom 17.7.2014, VI R 42/13 ).

Im entschiedenen Fall litt die verheiratete Klägerin unter Multipler Sklerose und war gehbehindert (Grad der Behinderung 80). Gemeinsam mit ihrem Ehemann baute sie daher nach einer fachkundigen Beratung einen behindertengerecht gestalteten eingeschossigen Bungalow. Dieser weist gegenüber einem Bungalow, der ohne Berücksichtigung der Behinderung der Klägerin hätte gebaut werden können, eine um 45,5 m2 größere Grundfläche auf. Die Mehrkosten für den Erwerb des entsprechenden größeren Grundstücks in Höhe von 13.195,29 € hatte das Ehepaar in seiner Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht.

Hintergrund: Nach § 33 Abs. 1 EStG wird die Einkommensteuer ermäßigt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstandes erwachsen.

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