Baudenkmäler und Sanierungsgebäude: Teures Vergnügen, aber steuerliche Förderung möglich

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Nach dem Kauf eines Baudenkmals bzw. Sanierungsgebäudes sind bestimmte Baumaßnahmen nach § 10f EStG steuerlich begünstigt. Es muss sich aber um Baumaßnahmen an einem bestehenden Gebäude handeln, das Sie selbst zu Wohnzwecken nutzen - Neubau oder Wiederaufbau des Gebäudes werden nicht gefördert.

  • Baudenkmäler: Steuerlich begünstigt sind Baumaßnahmen, die nach Art und Umfang zur Erhaltung des Gebäudes als Baudenkmal oder zu seiner sinnvollen Nutzung erforderlich sind.
  • Gebäudeteile, die für sich allein zwar nicht die Voraussetzungen für ein Baudenkmal erfüllen, aber Teil einer Gebäudegruppe oder Gesamtanlage sind, die als Einheit geschützt ist: Hier ist die Förderung unter den gleichen Voraussetzungen möglich wie bei Baudenkmälern.
  • Sanierungsgebäude: Gefördert werden Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen im Sinne des § 177 Baugesetzbuch sowie Maßnahmen, die der Erhaltung, Erneuerung und funktionsgerechten Verwendung von geschichtlich, künstlerisch oder städtebaulich bedeutenden Gebäuden dienen.

 

Die steuerliche Förderung für die Herstellungskosten erhalten Sie, wenn Sie ein unrenoviertes Baudenkmal / Sanierungsgebäude erwerben und nach dem Kauf in Eigenregie für die Durchführung der genannten Maßnahmen sorgen.

Erwerben Sie ein bereits renoviertes Baudenkmal / Sanierungsgebäude, an dem die Baumaßnahmen vom Veräußerer noch vorgenommen werden müssen, erhalten Sie eine steuerliche Förderung für den Teil der Anschaffungskosten, der auf die nach Abschluss der Kaufvertrags entfallenden Baumaßnahmen entfällt.

Zum Erhaltungsaufwand gehören die genannten Maßnahmen, wenn Sie ein Baudenkmal / Sanierungsgebäude bereits länger besitzen. Auch hier ist eine steuerliche Förderung möglich.

Für alle Fälle gilt: Das Finanzamt muss prüfen, ob es sich tatsächlich um steuerlich förderbare Baumaßnahmen am Gebäude handelt. Denn Wiederaufbau oder Neubau werden nicht gefördert (BFH-Urteil vom 14.1.2004, DStR 2004 S. 945)

Unser Steuertipp:

Sprechen Sie geplante Baumaßnahmen immer vorher mit der zuständigen Denkmalschutz- bzw. Gemeindebehörde ab. Sie können die speziellen Steuervorteile für Baudenkmäler und Sanierungsgebäude nur erhalten, wenn Sie dem Finanzamt von dieser Behörde eine Bescheinigung vorlegen, in der die denkmalschutzrechtlichen Voraussetzungen für die Förderung nachgewiesen werden.

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