Auslandsimmobilien: Fiskus muss Mietverluste anerkennen

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Das Finanzamt muss Mietverluste aus einer Immobilie im Ausland im Steuerbescheid berücksichtigen, so das Finanzgericht Hamburg.

Wer beispielsweise in Portugal ein Haus vermietet, muss diese Einkünfte in Portugal versteuern. Dafür sind sie in Deutschland steuerfrei. Allerdings werden Hausbesitzer indirekt auch in der Heimat zur Kasse geben. Grund: Ihre übrigen inländischen Einkünfte wie Gehalt, Unternehmereinkommen oder Kapitalerträge werden mit einem höheren Steuersatz belegt, dem "Progressionsvorbehalt".

Völlig anders ist es bei ausländischen Mietverlusten: Die lässt der Fiskus komplett unter den Tisch fallen, sie mindern noch nicht einmal den Steuersatz. Es gibt also keinen negativen Progessionsvorbehalt.

Dadurch werden ausländische Mietverluste und ausländische Mieteinkünfte ungleich behandelt. Für die Hamburger Richter verstößt das so eindeutig gegen die Kapitalverkehrsfreiheit innerhalb der EU, dass sie noch nicht einmal den Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Prüfung anrufen (Urteil des FG Hamburg vom 14.12.2007, Az. 8 K 61/07). Vielmehr verweisen die norddeutschen Richter auf die EuGH-Entscheidung zum Fall Ritter-Coulais. Dort hatte der EuGH den deutschen Fiskus verpflichtet, Vermietungsverluste aus einer selbst genutzten Immobilie in den negativen Progressionsvorbehalt einzubeziehen, also den Steuersatz zu mindern (EuGH-Urteil vom 21.2.2006, Az. C–152/03).

In dem Hamburger Fall ging es für zwei Jahre immerhin um Verluste von insgesamt rund 13.000 Euro und eine Steuererstattung von etwa 2.500 Euro. Das Finanzgericht hat Revision zugelassen, es ist aber noch kein Verfahren beim BFH anhängig. Sobald das der Fall ist, werden wir Sie informieren.

Steuertipp
Trotzdem sollten Besitzer von vermieteten Immobilien im EU-Ausland weiterhin ihre Verluste in die Zeile 45 der Anlage AUS 2007 eintragen und bei Verweigerung des negativen Progressionsvorbehalts Einspruch einlegen. Sie können dabei sowohl auf das oben genannte EuGH-Urteil vom 21.2.2006 verweisen als auch auf das BFH-Urteil vom 20.9.2006 (Az. I R 13/02, BFH/NV 2007 S. 410), das die restriktive Auffassung des deutschen Fiskus nicht stützt.

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