Abbruch wegen Baumängeln: Werbungskosten auch bei folgender Selbstnutzung

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Treten an einem Gebäude während einer Vermietung erhebliche Baumängel auf und muss es deshalb abgerissen werden, sind die Kosten dafür steuerlich abziehbar. Daran ändert nichts, dass die Eigentümer auf dem Grundstück anschließend ein selbstgenutztes Wohnhaus errichten.

Ein Ehepaar hatte 1990 eine Immobilie mit der Absicht erworben, sie langfristig zu vermieten. In den Folgejahren stellte sich heraus, dass sich für die Wohnungen aufgrund erheblicher Baumängel keine Mietinteressenten fanden. Als auch der letzte Bewohner ausgezogen war, ließen die Eigentümer das Gebäude 1999 abreißen und errichteten ein selbstgenutztes Wohnhaus. Sie machten Abbruchkosten von 6.380 Euro und eine Abschreibung auf den Restwert des Gebäudes von  105.920 Euro geltend. Das Finanzamt verweigert Anerkennung mit der Begründung, die Abbruchkosten seien durch die anschließende Selbstnutzung und nicht durch die Vermietung veranlasst.

Der Bundesfinanzhof stellte sich auf die Seite der Immobilienbesitzer. Tragender Grund für den Abriss sei nicht die anschließende Eigennutzung gewesen. Vielmehr hätten Baumängel die Maßnahme notwendig gemacht, die während der Vermietung entstanden wären. Damit sei der Abriss durch die Vermietung veranlasst gewesen. Das Finanzamt musste  Abbruchkosten und Restwertabschreibung als Werbungskosten anerkennen (BFH-Urteil vom 31.7.2007, Az. IX R 51/05).

Vorsicht: Bei Abriss innerhalb von drei Jahren nach Erwerb einer Immobilie geht das Finanzamt davon aus, dass Abbruchabsicht bereits bei Kauf vorlag. Dann erkennt es die Kosten nur in Ausnahmefällen als Werbungskosten an.

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