Die 50 wichtigsten Fragen zur Photovoltaik

1. Einführung

Photovoltaikanlagen liegen im Trend. Das Gute: Der Staat fördert Ihr Engagement für die Umwelt mit einer garantierten Vergütung für eingespeisten Strom aus Photovoltaikanlagen sowie verschiedenen öffentlichen Förderprogrammen. Doch bevor Sie die Fördertöpfe anzapfen können, ist eine sorgfältige Planung erforderlich.

Mithilfe von 50 Fragen geben wir Ihnen wichtige Hinweise zu den Themen Finanzen, Vorplanung und Umsetzung des Vorhabens sowie dem späteren Betrieb der Anlage.

Dazu gehört auch die Möglichkeit, eine Dachfläche zu mieten oder zu vermieten – und so Geld zu verdienen. Das funktioniert sowohl für Mieter als auch für Vermieter.

Ein weiteres Modell zur Investition in Photovoltaik ist die Bürgersolaranlage. Sie ist im Besitz mehrerer Personen, die sich zu einer Beteiligungsgesellschaft zusammengeschlossen haben.

Umfassende Informationen zu allen wichtigen Themen rund um die Photovoltaikanlage finden Sie in unserem Produkt Photovoltaikanlage und Blockheizkraftwerk (BHKW) . Damit schöpfen Sie alle finanziellen Förderungen bis hin zur Steuererklärung voll aus. Die Broschüre zeigt Ihnen darüber hinaus, wie Sie Ihre Photovoltaikanlage oder Ihr Kleinkraftwerk reibungslos und kostengünstig planen und errichten können. Checklisten helfen Ihnen, an alles Wichtige zu denken.

2. Finanzen

Wie sicher ist mein Geld in einer PV-Anlage investiert?

Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) gelten als recht sichere Geldanlage mit Renditen von 4 % bis 6 %. Durch die gesetzlich auf 20 Jahre festgelegte Einspeisevergütung besteht wenig Risiko. Natürlich sollte die PV-Anlage gegen Schäden wie Sturm, Hagel, Diebstahl, Vandalismus oder Ertragsausfall versichert sein.

Was kostet eine PV-Anlage?

Der Preis einer PV-Anlage hängt von der Qualität der verwendeten Produkte und von etwaigen Nebenarbeiten ab. Die Netto-Anlagenpreise bewegen sich bei Verwendung namhafter Produkte im Bereich von ca. 1.700,00 € bis 2.000,00 € pro Kilowatt installierter Leistung.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung?

Bei Inbetriebnahme seit dem 1.11.2012 hängt die erste Degression vom Zubau an installierter Photovoltaikleistung ab. Diese Degression bemisst sich nach dem Zubau der Monate Juli bis September 2012, der auf zwölf Monate hochgerechnet wird. Die Degressionsschritte werden alle drei Monate angepasst, jedoch in Monatsschritten umgesetzt.

Um jahreszeitliche Schwankungen auszugleichen, erhöht sich in der Folge der Bezugszeitraum, der als Basis für die Berechnung der Degression dient:

  • Berechnungsbasis seit 1.2.2013: Zubau der Monate Juli 2012 bis Dezember 2012

  • Berechnungsbasis seit 1.5.2013: Zubau der Monate Juli 2012 bis März 2013

  • Berechnungsbasis ab 1.8.2013: Zubau der Monate Juli 2012 bis 30.6.2013

  • In den folgenden Jahren werden jeweils die letzten zwölf Monate für die Berechnung der Degression verwendet.

Im EEG ist ein Gesamtausbauziel von 52 Gigawatt (GW) für die geförderte Photovoltaik in Deutschland verankert. Ist das Gesamtausbauziel erreicht, werden neue Anlagen nicht mehr gefördert. Derzeit (Stand Juni 2013) sind in Deutschland ca. 34 GW installiert.

Wie hoch die Mindestvergütungen nach §§ 32 f. EEG aufgrund dieser Änderungen im Einzelnen sind, zeigt die folgende Tabelle. Die Vergütungen sind in Cent/kWh angegeben.

Installierte Leistung

Dachanlagen

Freiflächenanlagen

Bis 10 KW

Bis 40 KW

Bis 1000 KW

bis 10 MW

bis 10 MW

Vergütungs-
fähiger Anteil des gesamten Stromertrages

100 %

90 %

90 %

100 %

100 %

Ab 1.10.2012

18,36

17,42

15,53

12,71

12,71

Degression in Abhängigkeit vom Zubau der Monate
Juli 2012 bis September 2012 (hochgerechnet auf 12 Monate)
(2,5 %)

Ab 1.11.2012

17,90

16,98

15,15

12,39

12,39

Ab 1.12.2012

17,45

16,56

14,77

12,08

12,08

Ab 1.1.2013

17,02

16,14

14,40

11,78

11,78

Degression in Abhängigkeit vom Zubau der Monate
Juli 2012 bis Dezember 2012 (hochgerechnet auf 12 Monate)
(2,2 %)

Ab 1.2.2013

16,64

15,79

14,08

11,52

11,52

Ab 1.3.2013

16,28

15,44

13,77

11,27

11,27

Ab 1.4.2013

15,92

15,10

13,47

11,02

11,02

Degression in Abhängigkeit vom Zubau der Monate
Juli 2012 bis März 2013 (hochgerechnet auf 12 Monate)
(1,8 %)

Ab 1.5.2013

15,63

14,83

13,23

10,82

10,82

Ab 1.6.2013

15,35

14,56

12,99

10,63

10,63

Ab 1.7.2013

15,07

14,30

12,75

10,44

10,44

Degression in Abhängigkeit vom Zubau der Monate
Juli 2012 bis 30.6.2013 (hochgerechnet auf 12 Monate)
(1,8 %)

Ab 1.8.2013

14,80

14,04

12,52

10,25

10,25

Ab 1.9.2013

14,54

13,79

12,30

10,06

10,06

Ab 1.10.2013

14,27

13,54

12,08

9,88

9,88

Der Eigenverbrauchsbonus entfällt für alle Anlagen, die nach dem 1.4.2012 in Betrieb genommen wurden. Eine Vergütung für den selbst produzierten Strom, der direkt im Objekt verbraucht wird, gibt es somit nicht mehr. Ausnahmen bilden lediglich die vorher beschriebenen Übergangsregelungen. Die Möglichkeit des Direktverbrauchs ist weiterhin gegeben und auch sinnvoll, da der Strombezugspreis in aller Regel höher ist als die jetzigen Vergütungssätze.

Kann ich mit einer PV-Anlage Geld verdienen?

Vor der Investition in eine PV-Anlage sollte die Wirtschaftlichkeit sorgfältig berechnet werden. Um bei den weiter sinkenden Einspeisevergütungen interessante Renditen erzielen zu können, müssen die Investitionskosten weiter verringert werden. Das betrifft nicht nur die PV-Module, sondern auch Wechselrichter, Montagegestelle, Verkabelung und den Planungsaufwand.

Zukünftig ist der Eigenverbrauch vorzuziehen. Hier ist der Gewinn bei der Einsparung von Stromkosten höher als bei der Einspeisung. Um den Anteil des Eigenverbrauchs weiter erhöhen zu können, gewinnen zukünftig Speicherlösungen deutlich an Bedeutung.

Die Voraussetzungen für die Rentabilität von PV-Anlagen ist eine hohe Kosteneffizienz bei der Errichtung und dem Betrieb sowie optimale Standortbedingungen, mit Eigenverbrauch (Eigenstrom) über 30 % bis 50 %.

Bei Netto-Anlagenkosten unter 1.700,00 €/kWp sind Renditen von ca. 6 % möglich.

Gibt es neben der Einspeisevergütung weitere finanzielle Förderungen?

Die KfW-Bank stellt im Rahmen des Förderprogramms Erneuerbare Energien zinsgünstige Investitionskredite zur Verfügung. Daneben gibt es auf Länderebene eine Reihe kleinerer Förderprogramme, oftmals in Verbindung mit der Errichtung oder Sanierung besonders energieeffizienter Gebäude (www.solarfoerderung.de).

Seit Mai 2013 fördert die KfW-Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) Solarstromspeicher in Verbindung mit einer neu zu bauenden PV-Anlage oder bei der Nachrüstung einer bestehenden Anlage (Inbetriebnahme nach dem 31.12.2012). Es wird ein Tilgungszuschuss von bis zu 660,00 € pro Kilowattpeak PV-Leistung bei einer Nachrüstung gezahlt und 600,00 € bei einer Neuinstallation. In beiden Fällen darf die PV-Anlage maximal 30 kW haben.

3. Vorplanung

Welche Genehmigungen und Formalitäten sind vor Baubeginn zu klären?

Eine baurechtliche Genehmigung für Dachanlagen ist meist nicht erforderlich. PV-Anlagen müssen jedoch beim Energieversorger angemeldet werden. Sie oder Ihr Solarteur stellen einen Antrag auf Anschluss einer PV-Anlage beim Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU). Nach einigen Wochen erhalten Sie eine Anschlusszusage, mit der Ihnen die Einspeisung der gewünschten Leistung für einen gewissen Zeitraum reserviert wird. Anlagen über 30 kW bedürfen sogar einer Netzverträglichkeitsprüfung und einer entsprechenden Einspeisezusage durch den Netzbetreiber.

Auf meine Dachfläche fällt ein störender Schatten. Was kann ich tun?

Schatten, die auf die Modulfläche fallen, wirken sich negativ auf den Ertrag aus. Mit Hilfe von Software-Programmen können diese Schatten visualisiert und quantifiziert werden. Alle störenden Objekte sollten soweit möglich entfernt oder versetzt werden (Bäume, Antennen, SAT-Anlagen etc.). Ist dies nicht möglich, sollten die entsprechenden Flächen frei von Modulen bleiben.

Kann ich eine PV-Anlage auch an einer Gebäudefassade installieren?

Ja, eine Fassadenmontage ist möglich. Die Module können dabei parallel zu Fassade oder geneigt montiert werden.

Woran erkenne ich, ob meine Dachfläche für die Installation einer PV-Anlage geeignet ist?

Optimal wäre eine Dachneigung von ca. 25 bis 35° und Südausrichtung ±10°.

Handelt es sich um ein Flachdach, können die Module aufgeständert und optimal ausgerichtet werden.

Natürlich spielt die geografische Lage der Anlage auch eine Rolle. So wirft eine Anlage im sonnigen Freiburg sicherlich einen höheren Ertrag ab als im nördlichen Hamburg.

Dachaufbauten, die störende Schatten werfen, sollten möglichst nicht vorhanden sein. Dies können Gauben, Schornsteine, SAT-Anlagen oder Antennen sein. Des Weiteren sollten durch die Nachbarbebauung oder durch Bäume keine Schatten auf die betreffende Dachfläche fallen.

Wer berät mich zum Thema PV-Anlage?

Anlaufstellen für eine neutrale Beratung können Verbraucherzentralen, Energieagenturen oder Ingenieurbüros für Energietechnik sein.

Benötige ich für eine PV-Anlage eine Baugenehmigung?

PV-Anlagen auf Dächern sind in aller Regel genehmigungsfrei. Bei einer Fassadenanlage oder einer Anlage auf einem denkmalgeschützten Gebäude sollte vor Baubeginn die Genehmigungspflicht bei der zuständigen Baubehörde geklärt werden.

Muss ich eine PV-Anlage gegen Überspannung schützen?

Auch wenn kein direkter Blitzeinschlag im Gebäude erfolgt, können für elektronische Geräte gefährliche Überspannungen entstehen. Zum Schutz der elektronischen Komponenten einer PV-Anlage ist der Einbau von Überspannungsableitern empfehlenswert. Halten Sie Rücksprache mit Ihrer Versicherung, welche Maßnahmen erforderlich sind, damit der Versicherungsschutz gewährleistet ist.

Was versteht man unter einem Stromspeicher?

Wenn der Strom der tagsüber von der PV-Anlage produziert wird, jedoch nicht zeitgleich im Gebäude verbraucht werden kann, muss dieser Strom ins öffentliche Netz eingespeist werden. Mittlerweile ist die Einspeisevergütung für eine Kilowattstunde Strom deutlich geringer als der Bezugspreis vom EVU. Eine Stromspeicher (Batterie) kann den tagsüber nicht verbrauchten Strom zwischenspeichern und in den Abend- und Nachtstunden wieder abgeben. Dadurch erhöht sich die Eigenverbrauchsquote und die Rendite der Anlage.

Kann ich mich auch nachträglich zur Installation eines Stromspeichers entschließen?

Die Installation eines Stromspeichers zur Erhöhung der Eigenverbrauchsquote ist auch nachträglich möglich. Die KfW-Bank fördert auch den nachträglichen Einbau eines Stromspeichers.

4. Ausführungsphase

Wie groß muss meine PV-Anlage werden?

Die Größe einer PV-Anlage richtet sich in erster Linie nach der zur Verfügung stehenden Fläche und dem finanziellen Budget. Auf der sonnenzugewandten Seite eines normalen Hausdaches steht eine Fläche von 50 bis 60 m2 zur Verfügung. Hier können je nach gewähltem Modultyp 6 bis 7 kWp installiert werden. Diese Anlage produziert einen solaren Ertrag von 5000 bis 6500 kWh, abhängig von Lage und Ausrichtung.

Um eine gute Eigenverbrauchsquote zu erreichen, sollte die PV-Anlage so dimensioniert sein, dass 30 % bis 50 % des erzeugten Solarstroms selbst verbraucht werden.

Ist es sinnvoll, eine PV-Anlage in Eigenregie zu planen und zu errichten?

An dieser Stelle müssen Sie sich überlegen, ob Sie die geplante Maßnahme allein und im Selbstbau realisieren wollen und können. Alternativ können Sie die Hilfe eines Fachhandwerkers oder eines Fachplaners in Anspruch nehmen. Dies ist in erster Linie von Ihren Fähigkeiten und der zur Verfügung stehenden Freizeit abhängig.

Was sollte ich vor der Kontaktaufnahme zu einem Fachhandwerker wissen?

Vor der Kontaktaufnahme zu einem Fachhandwerker sollten Sie sich eine gute Marktübersicht über die Photovoltaikprodukte verschafft haben und mit den Fachbegriffen vertraut sein. Idealerweise sollten Sie Anlagengröße, Standort und Modulart bereits festgelegt haben. Nur so kann der Handwerker das anbieten, was auch tatsächlich gewünscht ist. Dies ist insbesondere dann sehr wichtig, wenn man sich, wie üblich, mehrere Angebote einholen möchte. Nur so bekommen Sie Angebote, die auch tatsächlich miteinander vergleichbar sind.

Was sollte vor Vertragsabschluss mit einem Fachhandwerker beachtet werden?

Klären Sie mit Ihrem Fachhandwerker, ob es sich um einen Festpreis handelt oder ob nach tatsächlichem Aufwand abgerechnet wird. Leistungsumfang und Leistungsgrenzen sollten genau definiert sein. Ganz wichtig ist es, den Ausführungszeitraum und den Fertigstellungstermin zu benennen. Bei Aufträgen, die zum Jahresende hin vergeben werden, ist dies im Hinblick auf die sinkende Einspeisevergütung im neuen Jahr von großer Wichtigkeit.

Wann benötige ich einen Fachplaner?

Verfügen Sie weder über handwerkliches Geschick noch über technisches Verständnis und ist Ihre freie Zeit knapp bemessen, dann ist die Einschaltung eines Fachplaners, der sämtliche Koordinierungsaufgaben übernimmt und die Ausführung der geplanten Baumaßnahme überwacht, der richtige Weg.

Was ist vor der Beauftragung eines Fachplaners zu beachten?

Wenn Sie die Baumaßnahme mithilfe eines Fachplaners durchführen, verursacht das natürlich zusätzliche Kosten. Dafür erhalten Sie als Bauherr jedoch die größtmögliche Planungssicherheit und müssen sich um nichts kümmern. Klären Sie vor Beauftragung des Fachplaners auf jeden Fall dessen genauen Leistungsumfang am besten in einem schriftlichen Vertrag. Die Kosten für den Fachplaner regelt die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI).

Was unterscheidet ein seriöses von einem unseriösen Handwerker-Angebot?

Aus einem Angebot sollte hervorgehen, welche Produkte in welcher Menge zu welchem Preis angeboten werden. Das Angebot sollte einzelne Positionen mit Einzelpreisen enthalten und nicht nur eine Gesamtsumme. Die Produkte sollten mit Fabrikats- und Typbezeichnung versehen sein. Das Angebot sollte auch alle notwendigen Nebenarbeiten wie Gerüst, Dachdeckerarbeiten oder Elektroinstallationen enthalten. Die Gültigkeitsdauer des Angebotes sollte ebenfalls vermerkt sein.

Wer hilft mir bei der Umsetzung meines Vorhabens?

Nach einer ersten Beratung durch eine neutrale Institution oder Person sollten Sie Kontakt zu einem Fachhandwerker für PV-Anlagen herstellen.

Dies können Betriebe aus dem Elektro-, Dachdecker- oder Installationshandwerk sein. Auf Grund des stark gewachsenen Marktes sind jedoch auch Firmen (Solarteure) entstanden, die sich ausschließlich mit dem Bau von PV-Anlagen beschäftigen. Entscheidend für die Wahl der richtigen Firma ist die jeweilige Erfahrung in der Planung und im Bau von PV-Anlagen.

Bis wann wird der Direktverbrauch vergütet? Ist er auch ohne Vergütung sinnvoll?

Der Eigenverbrauchsbonus entfällt für alle Anlagen, die nach dem 1.4.2012 in Betrieb genommen wurden. Eine Vergütung für den selbst produzierten Strom, der direkt im Objekt verbraucht wird, gibt es somit nicht mehr. Die Möglichkeit des Direktverbrauchs ist weiterhin gegeben und auch sinnvoll, da der Strombezugspreis in aller Regel höher ist als die jetzigen Vergütungssätze.

Kann ich eine PV-Anlage selber bauen?

Grundsätzlich ja. Sie sollten jedoch bedenken, dass jegliches Risiko und Haftung bei Ihnen liegt. Die Elektroinstallation zwischen Wechselrichter und öffentlichem Netz kann nur von einem von der Handwerkskammer zugelassenen Elektroinstallateur erfolgen.

Beeinflusst eine PV-Anlage die Statik meines Daches?

Eine PV-Anlage bringt eine zusätzliche Last auf das Dach. Diese liegt bei ca. 20 bis 25 kg/m2. Die zusätzliche Last muss von den Dachsparren getragen werden. Ein intakter Dachstuhl sollte diese zusätzliche Last aufnehmen können. Zur Sicherheit sollten Sie dies durch einen Statiker überprüfen lassen.

Wird eine PV-Anlage auf einem Flachdach errichtet, muss diese in aller Regel zusätzlich gegen Abheben und Verschiebung ballastiert werden. Hier ist auf jeden Fall ein Statiker hinzuzuziehen.

Was kann ich tun, wenn ich im Dachgeschoss keinen Platz für die Montage eines Wechselrichters habe?

Idealerweise sollte der Wechselrichter möglichst nahe am Modulfeld (Generatorfeld) installiert sein. Ist dies nicht möglich, kann das Gleichstromkabel vom Generatorfeld zum Wechselrichter zum Beispiel über einen stillgelegten Kamin in den Keller geführt werden.

Kann man einen stillgelegten Kamin zur Verlegung der elektrischen Kabel nutzen?

Ja, aber nur, wenn sichergestellt ist, dass der Kamin wirklich außer Betrieb ist und auch bleibt.

Auf was muss ich bei der Abnahme der Anlage achten?

Nach Fertigstellung der PV-Anlage stellt die Installationsfirma einen Inbetriebsetzungsantrag. Die Anlage darf nur bei einem ordentlichen Inbetriebnahmetermin und in der Regel bei Anwesenheit eines Mitarbeiters des Energieversorgungsunternehmens ans öffentliche Netz angeschlossen werden.

Nutzen Sie diesen Zeitpunkt zu einer förmlichen Abnahme. Notieren Sie alle eventuell noch bestehenden Mängel und geben Sie dem Handwerker eine Frist zu deren Beseitigung. Weisen Sie den Handwerker darauf hin, dass Sie einen Teilbetrag einbehalten, bis alle Mängel beseitigt sind. Lassen Sie dieses Schriftstück von Ihrem Handwerker gegenzeichnen. Zahlen Sie erst dann die komplette Rechnungssumme, wenn wirklich alle Mängel beseitigt sind.

5. Betrieb der Anlage

Warum muss ich meine Anlage bei der Bundesnetzagentur melden?

Der Betreiber einer PV-Anlage ist nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, der Bundesnetzagentur den Standort und die Leistung seiner Anlagen zu melden.

Die Anmeldung erfolgt über das Online-Meldeportal (https://app.bundesnetzagentur.de/pv-meldeportal/) der Bundesnetzagentur. Nur der Anlagenbetreiber selbst kann die Anlage anmelden. Fachbetriebe oder Dienstleister können nicht im Auftrage des Anlagenbetreibers die Anmeldung vornehmen.

Zu übermitteln sind:

  • Name und Anschrift des Anlagenbetreibers,

  • E-Mail-Adresse und selbst gewähltes Passwort,

  • Standort der Anlage (durch Straße und Postleitzahl oder Gemarkung und Flurnummer),

  • Nennleistung der Anlage in kWp,

  • Tag der Inbetriebnahme.

Die Bundesnetzagentur versendet nach der Übernahme der Daten eine Registrierungsbestätigung.

Wie wird der von meiner PV-Anlage produzierte Strom gemessen?

Ihr vorhandener Stromzähler wird durch einen so genannten Zweirichtungszähler ersetzt. Dieser Zähler erfasst sowohl die bezogene Menge an Strom als auch den durch die PV-Anlage erzeugten und in das öffentliche Netz eingespeisten Strom. Alternativ dazu kann auch ein zusätzlicher Einspeisezähler installiert werden. Wie die Zähleinrichtung erfolgen muss, legt der zuständige Energieversorger (EVU) fest.

Erhöht eine PV-Anlage die Brandgefahr im Haus?

Die Brandgefahr einer PV-Anlage geht hauptsächlich von den Gleichstromleitungen zwischen Modulen und Wechselrichtern aus. Hier können bei schadhaften Kontakten oder Kabeln Lichtbögen zwischen Plus- und Minuspol auftreten. Halten Sie deshalb die Kabel zwischen Modulfeld und Wechselrichter möglichst kurz.

Erhöht sich die Gefahr eines Blitzeinschlages durch eine PV-Anlage?

Nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse erhöht sich die Gefahr eines Blitzeinschlages nicht durch die nachträgliche Installation einer PV-Anlage. Besitzt das Gebäude jedoch bereits eine Blitzschutzanlage, dann sollte die PV-Anlage mit eingebunden werden.

Muss ich meine PV-Anlage versichern?

Versicherungsschutz für eine PV-Anlage besteht üblicherweise nicht über eine normale Gebäudeversicherung. Für solche Anlagen wird in der Regel ein zusätzlicher Versicherungsschutz abgeschlossen, der Schäden durch Sturm, Hagel, Diebstahl, Vandalismus oder auch Ertragsausfall abdeckt. Überprüft werden sollte auch, ob eine Betreiber-Haftpflichtversicherung, die alle von der Anlage ausgehenden Risiken abdeckt, enthalten ist.

6. Besonderheiten der Bürgersolaranlage

Was versteht man unter einer Bürgersolaranlage?

Unter einer Bürgersolaranlage versteht man eine PV-Anlage, die im Besitz von mehreren Personen ist, die sich zu einer Beteiligungsgesellschaft zusammengeschlossen haben. Abhängig vom Vertragsinhalt können die Gesellschafter im Besitz eines oder mehrerer Anteile sein. Eine Bürgersolaranlage soll jedem Bürger, auch dem ohne Wohneigentum, die Möglichkeit bieten, in Photovoltaik zu investieren und die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu nutzen. Initiatoren solcher Bürgersolaranlagen sind oftmals die Kommunen oder auch Energieversorgungsunternehmen. In vielen Städten werden auch eigens Vereine oder Bürgerinitiativen gegründet, mit der Absicht, eine gemeinschaftliche PV-Anlage zu errichten.

Warum sollte ich mich an einer Bürgersolaranlage beteiligen?

Die Motivation, Anteile an einer Bürgersolaranlage zu erwerben, ist zum einen der Erhalt einer interessanten und gleichzeitig relativ sicheren Rendite und zum anderen, den Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen.

Wie finde ich eine Bürgersolaranlage, an der ich mich beteiligen kann?

Sprechen Sie Ihre Kommune oder direkt Ihren Bürgermeister an, ob in Ihrer Gemeinde oder in Ihrem Kreis eine solche Anlage geplant ist. Weitere Ansprechpartner wären Ihr örtlicher Energieversorger oder eine Energieagentur.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, sich überregional als Investor an einer PV-Anlage zu beteiligen. Angebote hierzu erhalten Sie auf diversen Internetplattformen, die Sie unter Suchworten wie Photovoltaik Investorenmodell oder Photovoltaik Beteiligung finden.

Wer kann sich an einer Bürgersolaranlage beteiligen?

Grundsätzlich kann sich jede rechtsfähige natürliche oder juristische Person beteiligen.

Wie erfolgt die Beteiligung an einer Solaranlage?

Als Investor erwerben Sie einen oder mehrere Anteile an einer größeren PV-Anlage. Die Anteilstückelung kann beispielsweise 500,00 € oder 1.000,00 € betragen, dies wäre dann die Mindesteinlage. Je nach Vertragsform ist auch eine Maximaleinlage definiert. Die Beteiligungslaufzeit kann oftmals zwischen 5, 10 oder 20 Jahren gewählt werden, mit der Option, diese auch zu verlängern.

Wie erfolgt die Ertragsausschüttung?

Die Gewinne der Anlage richten sich nach den tatsächlichen solaren Erträgen und den daraus resultierenden Einspeisevergütungen und deren Verzinsung. Geschmälert wird der Gewinn natürlich durch Verwaltungsaufwendungen, Kapitalkosten und etwaige Reparatur- und Wartungskosten. Die Gewinne werden jährlich an die Investoren verteilt, gemessen an den erworbenen Anteilen.

Welche Risiken bestehen bei einer Beteiligung?

Als Anteilseigener einer PV-Anlage sind Sie unternehmerisch tätig. Sie tragen deshalb auch ein unternehmerisches Risiko. Üblicherweise wird für solche Anlagen ein umfangreicher Versicherungsschutz abgeschlossen, so dass Sie gegen Schäden durch Sturm, Hagel, Diebstahl oder Vandalismus oder auch Ertragsausfall versichert sind.

Wem gehört die Bürgersolaranlage?

Grundsätzlich gehört die PV-Anlage den Anteilseignern. Diese organisieren sich oftmals in Vereinen oder Bürgerinitiativen und gründen eine Betreibergesellschaft, meist in Form einer GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts). Seltener wird eine KG (Kommanditgesellschaft), GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) oder eine Genossenschaft gegründet.

Wie erfolgt die Information über den Anlagenertrag?

Informationen über die solaren Erträge und die daraus entstehenden Einspeisevergütung können anhand der getätigten Zahlungen ihres Energieversorgers dokumentiert werden. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, dass jeder Anteileigner mittels einer Software die aktuellen Anlagendaten online abfragen kann.

7. Besonderheiten der Dachvermietung

Was versteht man unter einer Dachvermietung und wer hat daran Interesse?

Die Möglichkeit, eine Dachfläche zu mieten oder zu vermieten spricht zwei Interessengruppen an, nämlich Mieter und Vermieter.

  • Mieter: Wenn Sie kein eigenes Haus besitzen oder Ihre Dachfläche auf Grund der Gegebenheiten nicht für die Installation einer PV-Anlage geeignet ist, können Sie alternativ eine Dachfläche mieten und sich dadurch den Wunsch nach einer eigenen PV-Anlage erfüllen.

  • Vermieter: Sollten Sie über eine geeignete Dachfläche verfügen, jedoch kein Interesse an der Errichtung einer eigenen PV-Anlage haben, können Sie Ihr Dach an einen investionswilligen PV-Anlagenerrichter gewinnbringend vermieten.

Wie finde ich eine Dachfläche, die ich mieten kann bzw. wo finde ich einen Investor für meine Dachfläche?

Im Internet finden Sie unter den Suchworten Dachbörse, Dachmiete oder ähnlichen Begriffen eine große Anzahl von Treffern.

Bei den Internetanbietern kann es sich um spezielle Firmen handeln, die Solarprojekte entwickeln, errichten und vermarkten. Diese sind meist daran interessiert, nicht nur zu vermitteln, sondern die Anlage auch schlüsselfertig zu bauen.

Bei den so genannten Dachbörsen handelt es sich um virtuelle Marktplätze, an denen Dächer gesucht und angeboten werden. Kommt es zu einem Abschluss, muss eine Vermittlungsgebühr gezahlt werden.

Wie hoch ist die Miete für eine Dachfläche?

Zur Ermittlung der Mietkosten bzw. der Mieteinnahmen sind verschiedene Rechenansätze möglich. Die Preise hängen generell von der Eignung des Daches ab.

Miete pro installiertem Kilowatt-Peak Leistung:

ca. 10,00 € bis 30,00 €/kWp und Jahr

Miete pro installiertem Quadratmeter Modulfläche:

ca. 2,00 € bis 5,00 €/m2 und Jahr

Miete anhängig vom solaren Ertrag:

3 bis 5 % des tatsächlichen jährlichen Solarertrages

Einmalzahlung: Die Miete wird in Form einer Einmalzahlung im Voraus geleistet. Die Dauer des Mietverhältnisses beträgt in der Regel 20 Jahre. Bei der einmaligen Vorauszahlung wird ein monatlicher oder jährlicher Betrag zu Grunde gelegt und auf 20 Jahre hochgerechnet. Da dieses Kapital über die Laufzeit einen Zinsertrag erbringen würde, wird dieser von der Einmalzahlung abgezogen (Abzinsung) (www.zinsen-berechnen.de/entnahmeplan.php).

Beispiel:

Die jährliche Miete soll 1.000,00 € betragen. Die Vertragslaufzeit beträgt 20 Jahre. Mieter und Vermieter einigen sich auf eine Einmalzahlung im Voraus. Der Zinssatz soll 5 % p.a. betragen.

Die Einmalzahlung beträgt aufgerundet 13.100,00 €. Die Berechnung erfolgt auf der Grundlage der Berechnung für Renten aus Kapitalvermögen. Bei einem Kapital von 13.100,00 € können 20 Jahre lang jährlich 1.000,00 € entnommen werden, bis das Kapital unter Berücksichtigung des Zinsertrages aufgebraucht ist.

Entstehen mir als Eigentümer eines Daches Kosten durch die Vermietung?

Nein, als Vermieter einer Dachfläche entstehen Ihnen keine Kosten. Sämtliche Kosten wie Projektierung, Errichtung, Wartung und Reparatur trägt der Investor der PV-Anlage.

Was sollte unbedingt in einem Mietvertrag festgelegt sein?

  • Genaue Angabe des Standortes und der zur Verfügung gestellten Dachfläche

  • Größe und Lage der PV-Anlage (Zeichnung)

  • Vorlage einer etwaigen Genehmigung durch die Bauaufsichtsbehörde

  • Nachweis der statischen Trägfähigkeit des Daches zur Aufnahme der zusätzlichen Dachlast durch den Betreiber

  • Vertragsdauer (Beginn und Ende des Nutzungsverhältnisses)

  • Übereinkunft über den Rückbau der Anlage auf Kosten des Betreibers nach Vertragsende oder Verlängerung des Nutzungsverhältnisses

  • Eintragung einer beschränkten persönlichen Dienstbarkeit in Abteilung II (Lasten und Beschränkungen) des Grundbuches zum Zwecke der Montage, des Betriebs und der Wartung der Anlage während der Vertragsdauer, auch bei Verkauf oder Zwangsversteigerung

  • Höhe der Miete und Zahlungsmodus

  • Nachweis über den Abschluss einer Betreiber-Haftpflichtversicherung, die alle von der Anlage ausgehenden Risiken abdeckt

  • Pflicht des Vermieters, die Dachfläche frei von störenden Schatten (z.B. durch Bäume) zu halten.

Ist jede Dachfläche zur Montage einer PV-Anlage geeignet?

Entscheidend für den Ertrag einer Anlage ist natürlich die Ausrichtung der Dachfläche. Bei einem Schrägdach sollte die Neigung zwischen 5 und 50° betragen. Die Himmelsrichtung sollte Süd, Südost oder Südwest sein. Optimal wäre eine Neigung von ca. 30° und Südausrichtung.

Handelt es sich um ein Flachdach, können die Module aufgeständert und optimal ausgerichtet werden.

Natürlich spielt die geografische Lage der Anlage auch eine Rolle. So wirft eine Anlage im sonnigen Freiburg sicherlich einen höheren Ertrag ab als im nördlichen Hamburg.

Dachaufbauten, die störende Schatten werfen, sollten möglichst nicht vorhanden sein. Dies können Gauben, Schornsteine, SAT-Anlagen oder Antennen sein. Des Weiteren sollten durch die Nachbarbebauung oder durch Bäume keine Schatten auf die betreffende Dachfläche fallen.

Ist die Installation eines Datenloggers zur Anlagenüberwachung sinnvoll?

Die Aufzeichnung und Überwachung der Anlagendaten, insbesondere die solaren Ertragsdaten, sind wichtige Parameter zur Überprüfung des ordnungsgemäßen Betriebs der PV-Anlage. Der Markt bietet eine Vielzahl von Softwarelösungen an, mit denen Sie die Daten auch grafisch auswerten können und im Bedarfsfalle sogar per Mail oder SMS benachrichtigt werden, wenn ein Fehler aufgetreten ist.

Was geschieht nach Ende der Lebensdauer mit den PV-Modulen, entstehen hier hohe Entsorgungskosten?

Achten Sie beim Kauf Ihrer Module darauf, dass der Hersteller dem Verband PV-Cycle angehört. PV-Cycle ist eine gemeinnützige Organisation, die das bisher einzige kollektive Sammel- und Recyclingprogramm für PV-Altmodule in ganz Europa betreibt. Die Mitglieder der Organisation haben sich dazu verpflichtet, ihre ausrangierten Altmodule kostenlos zu sammeln, zu recyceln oder ggf. zu entsorgen. Auf der organisationseigenen Website www.pvcycle.org kann die nächstgelegene Sammelstelle ausfindig gemacht werden. Für größere Mengen ab 40 Modulen existiert sogar ein kostenloser Abholservice.

Regelung gilt erst ab dem 1.1.2014.

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