Wechselkursverluste aus Fremdwährungsdarlehen keine Werbungskosten

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Eine Immobilienfinanzierung kann teuer werden. Was liegt also näher, als das Darlehen aufzunehmen, bei dem die Zinsen am niedrigsten sind?

Seit Jahren gehen viele Investoren dabei den Weg ins Ausland. Wurden Darlehen in der Schweiz oder in Japan aufgenommen, konnte das zu einem deutlich reduzierten Zinssatz führen. Solange die Wechselkurse sich nicht ändern, führt das zu deutlich geringeren Finanzierungskosten. Verliert der Euro gegenüber der Fremdwährung aber an Wert, muss für die Darlehenszinsen und Rückzahlung mehr Geld aufgebracht werden.

Besonders seit die Schweiz die Kursbegrenzung zwischen Franken und Euro aufgehoben hat, sind die Kosten für die Bedienung und Rückführung von Frankendarlehen massiv gestiegen. Diese Mehrkosten werden häufig als Werbungskosten zu den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend gemacht.

Damit sind die Finanzämter ganz und gar nicht einverstanden. In einem vor dem Finanzgericht Hamburg verhandelten Fall war der Währungsverlust so groß, dass trotz gleichbleibender Tilgungsleistungen in Euro die Schulden des Darlehens in Schweizer Franken anstiegen. Die ursprünglich kalkulierten Zins- und Tilgungsleistungen genügten nicht einmal mehr zur Begleichung der Zinszahlungen. Darum wollten die Immobilieneigentümer die gestiegene Darlehensschuld als zusätzliche Werbungskosten geltend machen und scheiterten damit.

Währungsverluste sind Privatsache

Finanzamt und Finanzgericht sind der Ansicht, dass die Währungsverluste dem Bereich der privaten Vermögenssphäre zuzuordnen sind. Zudem argumentiert das Gericht, dass während der Laufzeit der Darlehen nicht absehbar ist, ob sich letztendlich eine Erhöhung der Anschaffungskosten ergibt, da sich für die späteren Jahre durch eine gegenläufige Währungsentwicklung auch eine Reduzierung der Zahlungen ergeben kann (FG Hamburg vom 21.5.2015, 2 K 197/14 ). Eine Revision vor dem BFH ist nicht zugelassen, die Nichtzulassungsbeschwerde läuft unter dem Aktenzeichen IX B 85/15.

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