Verkauf der Zweitwohnung steuerlich begünstigt?

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Die Besteuerung von Grundstücksveräußerungsgeschäften ist oft nicht ganz einfach – insbesondere, wenn eine als Zweitwohnung genutzte Immobilie verkauft wird. Liegt hier ein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft vor? Der BFH hat eine Antwort gefunden.

Die Richter entschieden Steuerzahler-freundlich: Ein Gebäude wird auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn es der Steuerpflichtige nur zeitweilig bewohnt, sofern es ihm in der übrigen Zeit als Wohnung zur Verfügung steht. Unter § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Satz 3 EStG – diese Vorschrift betrifft die steuerliche Begünstigung von Immobilien, die zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurden – können deshalb auch Zweitwohnungen, nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen und Wohnungen, die im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzt werden, fallen.

Die zitierte Vorschrift verlangt eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken im Jahr der Veräußerung und in den beiden vorangegangenen Jahren. Diese, so der BFH, liege auch dann vor, wenn das Gebäude als Ferienwohnung oder Ferienhaus genutzt werde. Der Ausdruck Nutzung zu eigenen Wohnzwecken setze lediglich voraus, dass eine Immobilie zum Bewohnen geeignet sei und vom Steuerpflichtigen auch bewohnt werde. Der Steuerpflichtige müsse das Gebäude zumindest auch selbst nutzen; unschädlich sei, wenn er es gemeinsam mit seinen Familienangehörigen oder einem Dritten bewohne. Zudem werde ein Gebäude auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt, wenn es der Steuerpflichtige nur zeitweilig bewohne, es ihm aber in der übrigen Zeit als Wohnung zur Verfügung stehe (BFH-Urteil vom 27.6.2017, Az. IX R 37/16).

Daraus folgern die Richter:

  • Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken setzt weder die Nutzung als Hauptwohnung voraus noch muss sich dort der Schwerpunkt der persönlichen und familiären Lebensverhältnisse befinden.

  • Ein Steuerpflichtiger kann mehrere Gebäude gleichzeitig zu eigenen Wohnzwecken nutzen.

  • Erfasst sind daher auch Zweitwohnungen, nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen und Wohnungen, die im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzt werden. Ist deren Nutzung auf Dauer angelegt, kommt es nicht darauf an, ob der Steuerpflichtige noch eine (oder mehrere) weitere Wohnung(en) hat und wie oft er sich darin aufhält.

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