Risikolebensversicherung: Beiträge sind keine Werbungskosten bei Vermietungseinkünften

 - 

Bei Immobilienfinanzierungen verlangt die Bank oft die Ergänzung des Kreditvertrags durch eine Risikolebensversicherung. Trotzdem sind die Kosten nicht als Werbungskosten abzugsfähig. Das bestätigte der BFH.

Die Richter erklärten: Beiträge für Risikolebensversicherungen, welche der Absicherung von Darlehen dienen, die zur Finanzierung der Anschaffungskosten eines der Einkünfteerzielung dienenden Immobilienobjekts aufgenommen werden, sind auch dann nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung zu berücksichtigen, wenn der Versicherungsvertragsabschluss durch das finanzierende Kreditinstitut vorgegeben war.

Eine Aufteilung von Beiträgen in einen abziehbaren und einen nicht abziehbaren Teil kommt nicht in Betracht, wenn sich die durch die Einkünfteerzielung veranlassten Beitragsanteile nicht feststellen lassen und dem Darlehenssicherungszweck gegenüber der Absicherung des Todesfallrisikos eine untergeordnete Bedeutung zukommt (BFH-Urteil vom 13.10.2015, IX R 35/14 ).

Hintergrund

Bei Immobilienfinanzierungen verlangt die Bank oft die Ergänzung des Kreditvertrags durch eine Risikolebensversicherung. Mit der Lebensversicherung soll die Rückzahlung des Darlehens sichergestellt werden, falls der Kreditnehmer stirbt.

Es besteht also grundsätzlich schon ein Zusammenhang mit der Immobilienfinanzierung. Das war auch einem Steuerpflichtigen aufgefallen, der daraufhin die Versicherungsbeiträge als Werbungskosten bei den Vermietungseinkünften geltend machte.

Das Finanzamt und das Finanzgericht sahen die Sache aber leider anders und ordneten die Versicherungsbeiträge den (nur begrenzt abzugsfähigen) Sonderausgaben zu: Eine Lebensversicherung schütze nicht die Immobilie, sondern das Todesfallrisiko des Immobilienbesitzers, so das Argument. Ein unmittelbarer Zusammenhang mit den Einkünften aus Vermietung sei darum nicht zu erkennen.

Jetzt wurde die gegen das Urteil eingelegte Revision entschieden – leider nicht im Sinne des Steuerpflichtigen.

Weitere News zum Thema

  • Enteignung ist keine Veräußerung

    [] Ordnet eine Stadt, also eine öffentlich-rechtliche Körperschaft, die Übertragung des Eigentums an einem Grundstück auf sich selbst gegen Zahlung einer Entschädigung an, enteignet sie also den Grundstückseigentümer, ist ein hieraus erzielter Gewinn nicht steuerpflichtig. mehr

  • Verdeckte Mängel beseitigt: keine Werbungskosten

    [] Wenden Sie innerhalb von drei Jahren nach der Anschaffung einer Immobilie mehr als 15 % der Anschaffungs- und Herstellungskosten für Instandsetzungsmaßnahmen, Modernisierungen und Schönheitsreparaturen auf, können Sie diese Aufwendungen nicht sofort als Werbungskosten bei den Vermietungseinkünften geltend machen. mehr

  • Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung ohne Kosten

    [] Zwei für Verbraucherinnen und Verbraucher positive Urteile erstritt der Verbraucherzentrale Bundesverband: Das Landgericht Dortmund und das Landgericht München I kassierten Klauseln, mit denen sich zwei Kreditinstitute ein Entgelt für die Berechnung einer Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Ablösung eines Immobiliendarlehens versprechen ließen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.