Messie-Haus geerbt: Entrümpelung nicht absetzbar

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Wer ein Haus voller Krempel und Unrat erbt, muss es erst einmal entrümpeln (lassen), um überhaupt einen Käufer zu finden. Die Kosten gehören leider nicht zu den Nachlassverbindlichkeiten und mindern daher nicht die Steuer.

Das entschied das FG Baden-Württemberg im Fall eines Erben, der eine verwahrloste und vermüllte geerbte Immobilie erst für insgesamt über 22.000 € entrümpeln lassen musste, bis er überhaupt daran denken konnte, auf Käufersuche zu gehen.

Die Ausgaben machte der Erbe als Nachlassverbindlichkeiten bei der Berechnung der Erbschaftssteuer geltend - allerdings ohne Erfolg: Nachlassverbindlichkeiten, erklärte das FG Baden-Württemberg, seien nach dem Gesetz nur solche Kosten, die der Erbe aufwenden muss, um rechtlich das Erbe antreten zu können. Der vermüllte Zustand des Grundstücks hindere den Erben hier jedoch nicht, sein Erbe anzutreten. Kosten, die zur Verwaltung des Nachlasses anfallen, dürfen nicht abgezogen werden (FG Baden-Württemberg vom 18.12.2014, 7 K 1377/14 ).

Übersicht: Das sind Nachlassverbindlichkeiten

Nachlassverbindlichkeiten sind Kosten, die dem Erben unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses oder mit der Erlangung des Erbes entstehen. Dazu gehören Kosten für

  • die Eröffnung des Testaments,

  • die Testamentsvollstreckung,

  • die Erteilung des Erbscheins,

  • die Feststellung des Umfangs und des Wertes des Nachlasses und

  • die Umschreibung des Grundbuchs

sowie Prozess- und Beratungskosten in einem Prozess gegen Miterben.

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