Steuerbegünstigte Handwerkerleistungen enden nicht an der Grundstücksgrenze

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Die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen soll es auch dann geben, wenn die Arbeiten nicht ausschließlich auf dem Grundstück des Steuerpflichtigen, sondern teilweise auf öffentlichem Straßenland erbracht werden. Das meint das FG Berlin-Brandenburg.

Der Fall: Die Kläger leben in einem eigenen Einfamilienhaus, das durch einen Brunnen mit Trinkwasser versorgt und dessen Abwasser über eine Grube entsorgt wird. Der zuständige Zweckverband schloss das Grundstück an zentrale Anlagen der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung an. Die Kosten dafür trugen die Kläger, die dafür in ihrer Steuererklärung die Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen geltend machten. Das Finanzamt erkannte die Kosten jedoch nicht an.

Das FG Berlin-Brandenburg gab jetzt den Hausbesitzern Recht. Bei den Anschlussarbeiten handle es sich um eine nicht trennbare einheitliche Leistung für das Grundstück der Kläger, erklärten die Richter. Diese Leistung sei im Rahmen der Steuerbegünstigung für Handwerkerleistungen auch insoweit begünstigt, als sie auf dem anliegenden Straßenstück ausgeführt wurde. Dass es sich bei den Arbeiten um eine hoheitliche Maßnahme handele, stehe dem nicht entgegen, denn § 35a EStG stelle allein auf die Art der Leistung ab, nicht aber darauf, ob es sich um privat beauftragte oder von einem Hoheitsträger veranlasste Arbeiten handle (FG Berlin-Brandenburg vom 15.8.2012, 7 K 7310/10 ; Az. der Revision VI R 56/12).

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