Steuerabzug für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen

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Das Bundesfinanzministerium hat das Anwendungsschreiben zur Regelung rund um den Steuerabzug für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen aktualisiert. Hier sind die wichtigsten Neuerungen (und der Ort, wo Sie auch den Rest finden!).

Die umfassende Überarbeitung des Schreibens aus dem Jahr 2014 war insbesondere aufgrund verschiedener Urteile des BFH erforderlich geworden.

Folgende Änderungen sind hervorzuheben:

  • Der Begriff im Haushalt kann künftig auch das angrenzende Grundstück umfassen, sofern die haushaltsnahe Dienstleistung oder die Handwerkerleistung dem eigenen Grundstück dienen. Somit können beispielsweise Lohnkosten für den Winterdienst auf öffentlichen Gehwegen vor dem eigenen Grundstück als haushaltsnahe Dienstleistungen berücksichtigt werden.

  • Auch Hausanschlusskosten an die Ver- und Entsorgungsnetze können im Rahmen der Steuerermäßigung begünstigt sein. Die Voraussetzungen für eine Begünstigung bzw. für den Ausschluss von einer Berücksichtigung nach § 35a EStG für öffentliche Abgaben sind insbesondere in der Rdnr. 22 des Anwendungsschreibens aufgeführt. In Anlage 1 des Schreibens (Link siehe unten) werden dazu einige Beispiele genannt.

  • Die Prüfung der ordnungsgemäßen Funktion einer Anlage ist ebenso eine Handwerkerleistung, wie die Beseitigung eines bereits eingetretenen Schadens oder Maßnahmen zur vorbeugenden Schadensabwehr. Somit können künftig, in allen offenen Fällen, beispielsweise die Dichtheitsprüfungen von Abwasserleitungen, Kontrollmaßnahmen des TÜVs bei Fahrstühlen oder auch die Kontrolle von Blitzschutzanlagen begünstigt sein.

  • Für ein mit der Betreuungspauschale abgegoltenes Notrufsystem, das innerhalb einer Wohnung im Rahmen des Betreuten Wohnens Hilfeleistung rund um die Uhr sicherstellt, kann laut dem überarbeiteten Anwendungsschreiben ebenfalls die Steuerermäßigung nach § 35a EStG in Anspruch genommen werden.

  • Wer seine Haustiere zu Hause versorgen und betreuen lässt, wird in Zukunft auch von dem Steuervorteil des § 35a EStG profitieren, da Tätigkeiten wie das Füttern, die Fellpflege, das Ausführen und die sonstige Beschäftigung des Tieres als haushaltsnahe Dienstleistungen anerkannt werden können.

(BMF-Schreiben vom 9.11.2016, Az. IV C 8 - S 2296-b/07/10003 :008)

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