Sitzgruppe neu bezogen: Als Handwerkerleistung abzugsfähig?

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Ein Ehepaar beauftragte einen Raumausstatter damit, seine aus zwei Sofas und einem Sessel bestehende Sitzgruppe neu zu beziehen. Die Kosten wollte das Paar steuerlich geltend machen. Ob das geht...?

Das Finanzamt lehnte die Anerkennung ab, weil das Gesetz verlangt, dass die Handwerkerleistung im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht wird, der Polsterer die Möbel aber in seiner vier Kilometer entfernten Werkstatt neu bezogen hatte.

Diese Meinung teilte auch das später angerufene Finanzgericht: Eine Handwerkerleistung werde nur dann in einem Haushalt erbracht, wenn sie im räumlich-funktionalen Bereich des Haushalts geleistet werde, erklärten die Richter.

Grundstücksgrenze nicht immer maßgeblich

Der Haushalt endet dabei nicht zwangsläufig an der Grundstücksgrenze – die Kosten zur Herstellung eines Hausanschlusses im öffentlichen Grund und Boden und Kosten für den Winterdienst sind daher steuerlich begünstigt.

Die Handwerkerleistungen müssen aber in einem unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden. Bei einer Entfernung zur Werkstatt von 4 Kilometern liegt nach Auffassung der Richter ein solcher unmittelbarer Zusammenhang nicht mehr vor. Dass der Raumausstatter die Möbel bei dem Ehepaar abgeholt und sie später wieder gebracht hatte, ändert daran nichts, weil es sich bei dieser Transportleistung nur um eine untergeordnete Nebenleistung handelt (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 06.07.2016, 1 K 1252/16).

Die strikte Unterscheidung in häusliche und außerhäusliche Leistungen führt zu dem Ergebnis, dass es allein vom Ort der Leistungserbringung abhängt, ob eine Tätigkeit begünstigt ist oder nicht.

So ist z. B. die Betreuung eines Haustiers begünstigt, wenn sie im Haushalt durchgeführt wird, aber nicht, wenn sie außerhalb des Haushalts (beispielsweise in einer Tierpension) erbracht wird.

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