Schulessen als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen?

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Kinder haben Hunger, egal ob sie mittags zuhause sind oder in der Schule. Reicht das als Argument, um die Schulverpflegung im Rahmen der haushaltsnahen Dienstleistungen in der Steuererklärung angeben zu können?

Nein, meint das FG Sachsen – die Kosten für die Verpflegung der Kinder sind bereits durch Kindergeld und Kinderfreibetrag abgegolten. Zudem, so die Richter, handle es sich bei der Verköstigung in der Schulmensa nicht um eine Leistung, die im Zusammenhang mit dem Haushalt der Eltern erbracht werde.

Die Eltern des Kindes hatten im entschiedenen Fall argumentiert, das Mittagsessen gehöre funktional zum Bereich ihres Haushalts. Sie beriefen sich dabei auf den BFH, der in einem Urteil aus dem Jahr 2014 erklärt hatte, erklärten, der Begriff im Haushalt sei nicht räumlich, sondern funktionsbezogen auszulegen; die die Grenzen des Haushalts würden nicht ausnahmslos durch die Grundstücksgrenzen abgesteckt.

Der BFH sah damals die Grenze in den Tätigkeiten selbst und stellte darauf ab, ob es sich um Arbeiten handelt, die üblicherweise von Familienmitgliedern erbracht und in räumlichem Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden und die dem Haushalt dienen.

Einen Versuch ist es wert!

Das könnten tatsächlich gute Gründe dafür sein, die Kosten des Schulessens steuermindernd anzuerkennen. Allerdings wären natürlich auch in diesem Fall nicht die kompletten Kosten für das Mittagessen in der Schule als haushaltsnahe Dienstleistung absetzbar, sondern nur die Arbeitskosten von Koch und Küchenhilfen. Über diese Kosten müsste zudem eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegen und das Geld müsste von den Eltern überwiesen werden.

Einen Versuch ist es also allemal wert. Die klagenden Eltern haben gegen das Urteil Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt, vielleicht ergeht in der Sache ja tatsächlich noch eine Entscheidung des BFH (Sächsisches FG vom 7.1.2016, 6 K 1546/13 ).

Haushaltsnahe Dienstleistungen: BFH wird großzügiger

In den letzten Jahren sind der BFH und auch das Bundesfinanzministerium zunehmend großzügiger geworden, was die steuerliche Anerkennung von Handwerkerrechnungen und haushaltsnahen Dienstleistungen angeht. Ein paar Beispiele:

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