Mittagessen im Wohnstift: keine haushaltsnahe Dienstleistung

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Ein Mittagessen, das Senioren im Rahmen des betreuten Wohnens in einem Wohnstift zubereitet und serviert wird, gehört nicht zu den steuerlich geförderten haushaltsnahen Dienstleistungen. Der Grund: Es fehlt der Bezug zum Haushalt.

In einem vom FG Baden-Württemberg entschiedenen Fall ging es um eine ältere Dame (Jahrgang 1928) mit einem Grad der Behinderung von 100 %, die ein Appartement in einem Wohnstift bewohnte. Ihr Mittagessen nahm sie entweder in ihrem Appartement oder im Restaurant des Wohnstifts ein. Die Kosten machte sie in ihrer Steuererklärung als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend.

Das Finanzamt erkannt die Aufwendungen nicht an. Das Finanzgericht bestätigte diese Einschätzung.

Keine Dienstleistung im Haushalt der Klägerin

Die Anerkennung sei nicht möglich, erklärten die Richter, da die Leistungen nicht im Haushalt der alten Dame erbracht wurden. Denn das Essen wurde – auch wenn es im Appartement verspeist wurde – in der Küche des Wohnstifts zubreitet. Zu dieser hatten die Bewohner aber gar keinen Zutritt.

Haushaltsnahe Dienstleistungen werden jedoch nur dann steuerlich gefördert, wenn sie im Haushalt des Steuerpflichtigen erbracht werden. Bei Bewohnern eines Wohnstifts sind das jeweils das eigene Appartement sowie alle Flächen, die von den Bewohnern gemeinschaftlich genutzt werden. Im entschiedenen Fall durfte die Küche von den Bewohnern nicht genutzt werden, und auch das Restaurant wurde nur während der Essenszeiten geöffnet (FG Baden-Württemberg vom 8.3.2012, 6 K 4420/11 ).

Essen auf Rädern ebenfalls nicht begünstigt

Kosten für gelieferte Mahlzeiten gehören ebenfalls nicht zu den steuerlich geförderten haushaltsnahen Dienstleistungen. Als außergewöhnliche Belastungen sind sie aber abziehbar, entschied das FG Münster bereits im vergangenen Jahr.

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