Handy-Reparatur absetzbar?

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Kann die Reparatur von stationären und mobilen Elektrogeräten, wie zum Beispiel Waschmaschinen, Geschirrspülmaschinen Handys und Fernseher, als Handwerksleistungen im Haushalt steuermindernd berücksichtigt werden? Das wollte ein Abgeordneter der Grünen wissen.

Der Abgeordnete Peter Meiwald (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) stellte die Frage:

Können nach Kenntnis der Bundesregierung sowohl Reparaturen von stationären Elektrogeräten, wie zum Beispiel Waschmaschinen und Geschirrspülmaschinen, als auch von mobilen Geräten, wie zum Beispiel Handys und Fernsehgeräte, als Handwerksleistungen im Haushalt im Rahmen der Steuerermäßigung nach § 35a Absatz 3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) steuermindernd berücksichtigt werden, und nach welchen konkreten Kriterien werden Reparaturdienstleistungen nach § 35a EStG als zum Haushalt zugehörig oder nicht zugehörig abgegrenzt, sodass eine möglichst einheitliche Auslegung des § 35a Absatz 3 EStG durch die Finanzämter gewährleistet ist?

Darauf erhielt er vom Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Michael Meister 25.7.2017 (Bundestags-Drucksache 18/13202) diese Antwort:

Vorbehaltlich der Anspruchsvoraussetzungen des § 35a EStG sind Aufwendungen für die Reparatur von Elektrogeräten im Haushalt des Steuerpflichtigen berücksichtigungsfähig, soweit die Geräte in der Hausratversicherung mitversichert werden können (vgl. Anhang des BMF-Anwendungsschreibens vom 9. November 2016, BStBl 2016 I S. 1213). Eine allgemeine Anspruchsvoraussetzung für die Gewährung der Steuerermäßigung nach § 35a EStG stellt die Leistungserbringung im Haushalt des Steuerpflichtigen dar. Unter einem Haushalt im Sinne des § 35a EStG ist die Wirtschaftsführung mehrerer zusammenlebender Personen oder einer einzelnen Person in einer Wohnung oder in einem Haus einschließlich des dazu gehörenden Grund und Bodens zu verstehen. Maßgeblich ist, dass der Steuerpflichtige den ggf. gemeinschaftlichen Besitz über diesen Bereich ausübt und für Dritte dieser Bereich nach der Verkehrsanschauung als der Ort anzusehen ist, an dem der Steuerpflichtige seinen Haushalt betreibt. Die einheitliche Auslegung des § 35a EStG durch die Landesfinanzbehörden wird laufend zwischen den obersten Finanzbehörden des Bundes und der Länder abgestimmt (siehe insbesondere BMF-Anwendungsschreiben vom 9. November 2016 – BStBl 2016 I S. 1213).

Das heißt:

Im ersten Schritt wird geprüft, ob es sich um einen Gegenstand handelt, der prinzipiell in der Hausratversicherung mitversichert werden kann.

Anschließend wird geprüft, ob die Reparatur im Haushalt des Steuerpflichtigen stattgefunden hat. Wenn also der Reparaturdienst zu Ihnen Haus kommt und die Waschmaschine direkt dort wieder flottmacht, können Sie die Kosten geltend machen. Nimmt er die Waschmaschine mit, gibt es keinen Steuerbonus.

Beim eingangs genannten Handy wird es sich in der Regel so verhalten, dass Sie das Gerät zur Reparatur wegbringen oder einschicken. Der Steuerabzug ist dann also nicht möglich.

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