Handwerkerleistungen: Arbeiten am Grabstein nicht begünstigt

 - 

Ein Witwer ließ am Grab seiner verstorbenen Ehefrau Arbeiten am Grabstein und an der Grabeinfassung durchführen. Diese Arbeiten werden nicht steuerlich gefördert, erklärte ihm das FG Niedersachsen.

Der Witwer hatte in seiner Steuererklärung die Rechnung eines Steinmetz- und Steinbildhauermeisters in Höhe von 160,65 € geltend gemacht. Als das Finanzamt die Anerkennung ablehnte, erklärte er, die Grabstelle seiner verstorbenen Ehefrau sei ihm haushaltsnäher als seine Zentralheizung. Die abweichende Auffassung des Finanzamts sei eine Geschmacklosigkeit.

Geholfen hat ihm das leider nicht: Da die Arbeiten nicht in seinem Haushalt, sondern auf dem Friedhof durchgeführt wurden, gibt es hier keine steuerliche Förderung für Handwerkerleistungen, bestätigte das FG Niedersachsen die Auffassung des Finanzamts (Niedersächsisches FG vom 23.4.2013, 15 K 181/12 ).

Hintergrund: Steuerbonus für Handwerkerleistungen

Handwerkliche Tätigkeiten in der zu eigenen Wohnzwecken genutzten Wohnung sind steuerlich begünstigt, wenn es sich um Schönheitsreparaturen oder kleine Ausbesserungsarbeiten handelt. 20 % der Aufwendungen, aber höchstens 1.200 € im Jahr, werden direkt von der Steuerschuld abgezogen (§ 35a Abs. a EStG).

Die Steuerabzugsbeträge erhalten Sie auf Antrag. Dazu machen Sie im Mantelbogen Ihrer Steuererklärung auf der Seite 3 die erforderlichen Angaben.

Diese Nachweise brauchen Sie:

  • eine Rechnung, in der die begünstigten Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten getrennt vom nicht begünstigten Material ausgewiesen sind, sowie

  • einen Beleg, dass Sie das Entgelt auf ein Konto des Empfängers eingezahlt haben. Das kann zum Beispiel ein Überweisungsträger in Verbindung mit dem dazugehörigen Kontoauszug sein. Ein abgestempelter Überweisungsträger allein ist nicht ausreichend.

Es reicht aus, wenn Sie Rechnung und Einzahlungsbeleg auf Verlangen des Finanzbeamten vorlegen können. Damit müssen Sie allerdings jederzeit rechnen. Bewahren Sie die Unterlagen deshalb sorgfältig auf!

Weitere News zum Thema

  • Verfassungsrichter kippen Einheitsbewertung bei Grundsteuer

    [] Die Einheitsbewertung von Grundstücken und Immobilien in den alten“ Bundesländern seit Anfang 2002 ist mit dem allgemeinen Gleichheitssatz unvereinbar und damit verfassungswidrig. Damit kann die Grundsteuer nicht mehr in der bisherigen Form erhoben werden. So hat es das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden (Urteil vom 10.4.2018 - 1 BvL 11/14, 1 BvL 12/14, 1 BvL 1/15, 1 BvR 639/11, 1 BvR 889/12). mehr

  • Biberschaden im Garten ist nicht steuerlich abziehbar

    [] Die Kosten für die Errichtung einer Bibersperre und zur Beseitigung von Biberschäden im Garten können in der Steuererklärung nicht als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Das hat das FG Köln entschieden. mehr

  • BGH: Exorbitante Stromrechnung nicht bezahlen

    [] Bei einer Nachforderung vom mehr als 9.000 Euro Heizkosten für eine 94 Quadratmeter große Wohnung darf laut Bundesgerichtshof (BGH) der Stromkunde die Zahlung ausnahmsweise vorläufig verweigern, bis die Rechtmäßigkeit der Forderung geklärt ist. mehr

  • Anliegerbeiträge zum Straßenausbau absetzbar?

    [] Rund um Straßenbau, Erschließungskosten, Anschlusskosten und Straßenlaternen werden Anwohner zur Kasse gebeten. Lassen sich diese Kosten wenigstens im Rahmen der Handwerkerkosten und haushaltsnahen Dienstleistungen in der Steuererklärung angeben? Die Gerichte sind uneins – hier eine Übersicht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.