Agentur für Haushaltshilfen: kein Steuerbonus für Vermittlungsgebühr

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Wenn Sie über eine Agentur eine Putzfrau oder Haushaltshilfe gefunden haben, dürfen Sie zwar deren Lohn in der Steuererklärung angeben, nicht aber die Vermittlungsgebühr, die Sie an die Agentur gezahlt haben.

Das geht aus einem Urteil des FG Köln hervor, wo sich die Richter mit folgendem Fall beschäftigt haben:

Eine Steuerzahlerin beauftragte eine Agentur mit der Suche und Vermittlung einer Haushaltshilfe, die alle 14 Tage jeweils 3 Stunden lang ihre Wohnung reinigen sollte. Zu den Leistungen der Agentur gehört auch, dass sie bei Urlaub, Krankheit sowie generell bei Ausfall von Personal kostenlose Folgevermittlungen durchführt. Die Steuerzahlerin zahlte dafür an die Agentur neben einer einmaligen Bearbeitungsgebühr von 25 € einen monatlichen Abo-Betrag in Höhe von 17 €.

Die Haushaltshilfe wurde gefunden, die Steuerzahlerin zahlte ihr einen Stundenlohn von 10 € und führte im Wege des Haushaltsscheck-Verfahrens an die Minijob-Zentrale Sozialversicherungsabgaben sowie pauschale Lohnsteuer ab. Den Vermittlungsauftrag bei der Agentur ließ sie bestehen und zahlte auch die entsprechenden Gebühren.

Für die alle Kosten – also Lohn, Pauschalabgaben und Agenturgebühren – beantragte sie in der Steuererklärung eine Steuerermäßigung im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung im Privathaushalt.

Das Finanzamt erkannte jedoch nur die Ausgaben für den Lohn und die Pauschalabgaben an. Die Agenturgebühren wurden gestrichen mit dem Argument, dass es sich dabei nicht um eine haushaltsnahe Dienstleistung handle: Die Agentur erbringe lediglich eine Vermittlungs- bzw. Bereitschaftsleistung außerhalb des Haushalts der Steuerzahlerin.

Finden Privatleute nur Schwarzarbeiter?

Dagegen wehrte sich die Steuerzahlerin: Mit der Einführung der Steuerermäßigung habe der Gesetzgeber das Ziel verfolgt, die Schwarzarbeit von Beschäftigungen im Privathaushalt einzudämmen. Dem widerspreche es, gerade die Vermittlungskosten außer Ansatz zu lassen. Sie habe sich nämlich an die Agentur gewandt, weil es ihr auf dem freien Markt nicht möglich gewesen sei, eine Haushaltshilfe zu finden, die bereit gewesen wäre, nicht schwarz zu arbeiten.

Das sahen die Richter allerdings anders: Die Leistung der Agentur, erklärten sie, habe keine ausreichende Nähe zur Führung des Haushalts der Steuerzahlerin. Die Agentur werde weder in Gestalt ihres Inhabers noch durch von ihm beschäftigte Kräfte in der Wohnung der Steuerzahlerin tätig – die Reinigung der Wohnung beruhe allein auf dem zwischen der Steuerzahlerin und der Haushaltshilfe geschlossenen Arbeitsvertrag (FG Köln vom 21.10.2015, 3 K 2253/13 ).

Stellen Sie für haushaltsnahe Tätigkeiten in Ihrem Haushalt einen geringfügig Beschäftigten (sog. Minijobber) ein, erhalten Sie einen Steuerbonus in Höhe von 20 % der Aufwendungen, höchstens 510 € jährlich.

Voraussetzung für die Steuerermäßigung: Es handelt sich um eine geringfügige Beschäftigung (sog. Minijob) im Privathaushalt, bei der Sie als Arbeitgeber am Haushaltsscheckverfahren teilnehmen. Arbeitsverhältnisse mit Angehörigen, die in Ihrem Haushalt leben, werden nicht anerkannt.

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