Wann Aufwendungen für einen Außenaufzug als außergewöhnliche Belastungen abziehbar sind

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Zwingt Sie eine Krankheit in den Rollstuhl, entstehen oft hohe Kosten, um die Wohnung behindertengerecht zu gestalten. Manchmal ist es sogar notwendig, einen Aufzug anzubauen, damit Sie auch die oberen Räume Ihrer Wohnung benutzen können. Da ist es hilfreich, wenn Ihnen die Allgemeinheit durch eine Steuerentlastung finanziell unter die Arme greift. Leider verweigert Ihnen der Finanzbeamte aber oft diese finanzielle Hilfe, denn die Hürden für die Absetzbarkeit der Kosten sind hoch.

Häufig führt der Beamte den so genannten »Gegenwert« ins Feld. Seine Argumentation: Statten Sie Ihr Haus mit einem Aufzug aus, steigert das dessen Wert, weil auch gesunde Menschen diesen Aufzug nutzen können. Deshalb liegt keine finanzielle Belastung vor, sodass ein Abzug als außergewöhnliche Belastungen ausscheidet.

Manchmal stimmt diese Argumentation auch - aber eben nicht immer: Dürfen Sie zum Beispiel einen Außenaufzug nur unter der Voraussetzung anbauen, dass Sie den Aufzuganbau vollständig wieder beseitigen, wenn er nicht mehr wegen der Behinderung erforderlich ist. Diese Ansicht vertritt jedenfalls das Finanzgericht Münster in seinem Urteil vom 8.12.2005 (EFG 2006, S. 890).

Trotz dieses positiven Urteils müssen Sie sich unbedingt vor Beginn einer solchen Maßnahme schriftlich bei Ihrem Finanzamt erkundigen, welche Nachweise notwendig sind, denn die »Gegenwert-Argumentation« ist nicht die einzige Hürde!

Steuertipp
Verweigert Ihnen der Finanzbeamte behinderungsbedingte Umbaukosten mit dem Argument des Gegenwertes, sollten Sie Einspruch einlegen und mit Hinweis auf die vor dem BFH anhängige Revision III R 7/06 das Ruhen des Verfahrens beantragen. Das gilt natürlich nur, wenn Sie - aus welchen Gründen auch immer - durch den Umbau keinen Gegenwert erhalten.

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