Unterhalt an bedürftigen Angehörigen: Wie ist sein Grundvermögen zu berücksichtigen?

 - 

Unterstützen Sie einen Angehörigen? Dann dürfen Sie Ihre Zahlungen bis zum Unterhaltshöchstbetrag abziehen, soweit der Empfänger bedürftig ist. Doch mit welchem Wert ist sein Grundvermögen hierbei zu berücksichtigen?

Sofern Sie für einen bedürftigen Angehörigen den Lebensunterhalt tragen, berücksichtigt der Staat dessen Existenzminimum in Ihrer Steuererklärung: Sie dürfen Ihre Steuerlast reduzieren durch außergewöhnliche Belastungen bis zum Unterhaltshöchstbetrag (= Existenzminimum).

Das geht allerdings nur, soweit der Unterhaltsempfänger bedürftig ist. Bei der Prüfung der Bedürftigkeit geht es zum einen um die eigenen Einkünfte und Bezüge des Empfängers und zum anderen um sein eigenes Vermögen.

Eigenes Vermögen wird angesetzt, sofern es ein bestimmtes Schonvermögen überschreitet. So bleibt zum Beispiel ein angemessenes Hausgrundstück außen vor. Existiert darüber hinaus weiterer Grundbesitz, dann muss dieser Besitz in Euro und Cent bewertet werden. Und genau bei dieser Frage gibt es naturgemäß immer wieder Streit. In der Revision III R 65/08 muss der BFH wieder einmal dieser Frage nachgehen (früher VI R 74/08).

Steuertipp
Verweigert Ihnen der Finanzbeamte den Abzug von Unterhaltsleistungen, weil er den Grundbesitz des Unterhaltsempfängers Ihrer Ansicht nach zu hoch bewertet wird? Dann können Sie Einspruch einlegen gegen Ihren Einkommensteuerbescheid und das Ruhen des Verfahrens beantragen mit Hinweis auf die BFH-Revision.

Das könnte Sie interessieren:

Mein Recht beim Kindes- und Ehegattenunterhalt

Weitere News zum Thema

  • Lipödem: Operation nicht absetzbar

    [] Die Kosten einer Operation zur Beseitigung einer Fettverteilungsstörung waren auch im Jahr 2013 nicht als außergewöhnliche Belastung nach § 33 EStG absetzbar. Das hat das FG Rheinland-Pfalz entschieden. mehr

  • Heimkosten der Eltern steuerlich geltend machen

    [] Die Unterbringung in einem Altersheim oder Pflegeheim ist eine teure Angelegenheit. In bestimmten Fällen können Sie die Heimkosten steuerlich als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art absetzen – auch dann, wenn Sie als Kind die Heimkosten für Ihre Eltern tragen! mehr

  • Demenzkranker Ehepartner im Heim: Zusammenveranlagung möglich

    [] Leben Ehepartner das ganze Jahr über dauernd getrennt, können sie nicht mehr nach dem Splittingtarif besteuert werden. Das FG Niedersachsen hat entschieden, dass dies nicht zwangsläufig der Fall ist, wenn einer der Ehepartner wegen Demenz im Pflegeheim lebt. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Steuertipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.